Mesh- oder Coilverdampfer oder doch beides?

  • Ich weiß nicht so recht ob die Diskussion hier hineinpasst, aber das lässt sich ja auch später noch klären. Ich möchte euch bitten eure Erfahrungen hier mit allen zu teilen und ggf. eure Favoriten zu nennen.


    Man hört immer wieder mal den Spruch "Nein, Mesh ist nichts für mich, da kommt mir zu wenig Geschmack", oder genau das Gegenteilige "Mesh ist besser, das Liquid schmeckt süßer und der Dampf ist kühler". Natürlich sieht jede/r Dampfer/in einen Vorteil für sich entweder mit Mesh oder mit Coils zu dampfen, aber warum geht denn nicht beides?


    Die Vorteile von Mesh liegen für mich in der längeren Nutzungsdauer des Verdampfers ohne dass ständig Watte gewechselt oder ausgeglüht werden muss. Da ich in der Regel zwischen 40 bis 50 Watt dampfe kommt mir auch der kühlere Dampf entgegen.


    Die Vorteile komplexerer Drähte (Coils) liegen in der teilweise nuancierteren Geschmackswiedergabe des Liquids.


    Ich benutze sowohl Mesh, als auch Coilverdampfer. Es fällt mir persönlich nur immer häufiger auf, dass diverse Liquids mir teilweise ausschließlich in MeshVD's schmecken und umgekehrt. Klar könnte man jetzt sagen es gibt ja auch reine MTL-Liquids, die DL gedampft nur igittegitt schmecken, aber ist das wirklich so einfach und plausibel zu erklären?

    Meine Eigenkreation Holunderblüte-Apfel-Limette zum Beispiel empfand ich aufdringlich ja fast schon ekelig im Wotofo Unity, mit einer komplexen Coil im Mato schmeckt es mir sogar recht gut.🤷‍♀️


    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Dampft ihr ausschließlich mit Mesh oder Coils? Habt ihr klare Tendenzen zu einer Richtung, oder ist euch das schnurzpiepegal?

    Mich interessiert eure Meinung dazu und vielleicht können wir gemeinsam herauskristallisieren wo die Stärken/Schwächen in den jeweiligen Systemen stecken.

  • Ich nutze ausschließlich Coils beim Dampfen. Ich habe Mesh natürlich ausprobiert, war aber irgendwie enttäuscht.


    Zunächst war ich recht angetan von dem enorm schnellen Ansprechen des Gewebes. Ich baue ja schon flinke Coils, die obwohl komplex, trotzdem nicht träge sind, aber Mesh ist nun wirklich bei Knopfdruck sofort da. Das fand ich super.


    Mesh macht wirklich viel Dampf, ich hatte aber dennoch fast keinen Throathit. Ich hab große Wolken mit dichtem Dampf rausgepustet und mich dabei gefragt „So ne große Wolke... wieso schmecke ich so wenig?“ 👀


    Fazit: Mir war der Dampf zu kalt, auch bei höheren Temperaturen. Bei höheren Temperaturen brauchte ich dann auch mehr Luft und zuviel Luft verdünnt dann leider auch den Geschmack. Der fehlende Throathit hat mir sehr gefehlt.


    Mein Dampf muss sehr warm sein, ich muss ihn deutlich im Hals spüren, sonst fehlt mir ein wichtiger Teil beim Dampfen. Ich muss dazu sagen, ich dampfe seit 3 Jahren ja ausschließlich 22mm RDAs mit kleiner Kammer und meist eher leicht restriktiver Airflow. Da liegt für MICH der intensivste Geschmack vor. Ein Dualcoil Goon mit offener Airflow fällt bei mir auch geschmacklich durch. Der taugt für Clouds, aber Geschmack ist er im unteren Niveau. Genauso hab ICH Mesh empfunden. Nach ein paar Tagen rumprobieren hab ich den RDA weitergegeben.


    Ich mag das knistern von Coils und den warmen bis heißen Dampf ohne Süß.


    Wie alles beim Dampfen ist das halt eine ganz individuelle Geschichte. Ich finde es sind zwei nicht zu vergleichende Arten des Erhitzens von Liquid.


    Ich bevorzuge Coils (Fused Clapton Fan).


  • Besser hätte ich es nicht zusammenfassen können softius !


    Nachdem die Mesh-VD lange die Coils komplett verdrängt hatten, bin ich grade tendenziell zurück bei den Coils.
    Je nach Liquid passt mir beides sehr gut.
    Im Gegensatz zu Ingo dampfe ich gerne kühl und mit viel viel Luft. Ich mag keinen Throathit mehr und huste von Nikotinanteilen > 1.
    Das hat sich irgendwie nach 4 Jahren bei mir so entwickelt...

  • Interessanter Thread! Dazu fallen mir ad hoc 4 Aspekte ein: Geschmack, Dampfmenge, Verbrauch und Gesundheit/Wohlempfinden.


    1. Persönlich finde ich die Geschmacksgründe nicht so wichtig, da ich nur drei Geschmacksrichtungen dampfe und sie sowieso auf jeden Verdampfertyp abstimme (jeder Typ hat seine eigene 100-ml-Flasche und die eigene Literflasche Nachfüll-Liquid).


    2. Dann gibt es aber noch die Dampfmenge, die bei Mesh um ein Vielfaches höher ausfällt. Das macht mir halt draußen großen Spaß, ist mir innerhalb geschlossener Räume aber wiederum viel zu viel. Viel Dampf = viel putzen; wenig Dampf = kaum putzen. Also draußen dampfe ich mit Mesh, innen mit Draht-Coil.


    3. Und dann spielt natürlich der Verbrauch auch noch eine nicht unerhebliche Rolle. Mesh-Verdampfer saufen halt wie die Löcher (wer einen Porsche fährt, muss die Tanke gleich mitführen oder so).


    4. Als Dauernuckler wäre mir der Dampf eben auch dauerhaft zu viel, vertrage ich nicht bzw. habe nach ein wenig Mesh-Dampfen automatisch eine bestimmte Zeit lang keine Lust mehr. Anders beim Draht und DL-Dampfen bei 15 bis 25 Watt, das erzeugt eine zufriedenstellende Dampfmenge, sehr guten Geschmack und ich kann die Dampfe wie einen Schnuller ständig in Händen halten (das ist jetzt ein wenig übertrieben, aber in die Richtung gehtꞌs schon).


    Quintessenz: Ich nutze und liebe beides je nachdem :-)

  • Ich hab den Wotofo profile unity Anfangs geliebt, mittlerweile steht er schon angestaubt in der Vitrine. War durchaus lecker, aber gerade der profile ist ja auch ne zicke was bewatten angeht und das war mir zu nervig. Dann hab ich das Meshdeck im A+ erstanden, war da aber eher enttäuscht, trotz diverser Coils konnte ich da irgendwie keinen mich befriedigenden Dampf rauskitzeln. Dicke Wolken, ja, auch Geschmack, aber doch eher flach und zu kühl.

    Daher bin ich gespannt, wie das Deck dann im Ragnar performt. Wollte ich heute testen, aber leider ist eine der 3-teiligen Jalousie im Wohnzimmer ausgehakt, da muss ich also erstmal ran, ist wichtiger.

    Wenn ich nicht zu lange brauche, will ich aber noch das Meshdeck im Ragnar testen, mal schauen, ob mich dsa wieder zum Mesh zurückholt. Ansonsten war Mesh für mich eher ein interessantes Projekt und Spielfeld, aber für "Allday" mag ich dann doch Coils lieber. Am liebsten 3-Kerner fused Claptons, die performen in jedem VD für mich am besten. Lediglich die Drahtstärke variiert je VD, aber die 3-Core-FC haben bei mir "gewonnen".

    Ich mag es beim Mesh auch nicht so, das man da nix groß "tunen" kann, Streifen rein und passt oder nicht. Bei Coils kann man Drahtstärke, Durchmesser und Anzahl der Windungen anpassen und kommt so eigentlich immer zu nem Erfolg. Daher sind Coils in meinem Augen einfach besser.

  • Bei mir ist es so das ich meinen einzigen Mesh VD (TCX) inzwischen sehr gut finde, für den bestimmten Einsatzzweck.

    Er macht große Wolken, die ich aber auch nicht in der Wohnung freilasse und schmeckt mir, ich vermisse aber auch das man so wenig tunen kann, an den kühleren Dampf habe ich mich inzwischen gewöhnt, sehe das aber nicht als Vorteil, nehm ich einfach so hin bei Mesh, genau wie das fantastische Ansprechverhalten was mir sehr gefällt. Bei schwierigen Liquids muss ich aber auch bei 300er Mesh öfters die Watte wechseln, das ich hier nicht so einfach empfinde wie bei Coils. Ich werde den Mesh VD weiter nutzen und Spaß damit haben, tendiere aber auch eher zu Coils, die ich einfacher und besser auf mich abstimmen kann.

    Bei Mesh habe ich das Gefühl, das ich nicht so leicht in meine Nikotinsättigung komme wie mit Coils, ich ziehe öfter am TCX als an der Brunhilde oder dem Mato, die bedingt auch noch drinnen Dampfbar sind für mich. Verstehe ich zwar nicht aber ist bei mir so.

    Zu 80-90% dampfe ich aber sowieso MTL, und das passt und schmeckt mir am besten mit den genau auf den VD abgestimmten Coils.

    Das wird wohl mit Mesh nicht möglich sein, aber wer weis, ob sich bei MTL mit Mesh nochmals was entwickelt, würde ich dann probieren.

  • Ja, da hast du natürlich recht Atlantis, die Welt des Geschmacks ist so unglaublich vielfältig, dass man hier kaum Allgemeingültiges sagen kann. Und sogar mit demselben Gerät schmeckt der eine Mensch dieses, der andere jenes und ein dritter wieder etwas ganz anderes. Es hat aber auch den Vorteil, dass in fast unendlicher Kombination es so viele Möglichkeiten des leckeren Dampfens gibt, dass jede*r für sich irgendwann fündig wird. Allerdings führt es ebenfalls zu dem Nachteil, dass immer etwas Neues auf dem Dampfermarkt erscheint, was unbedingt ausprobiert werden will und unseren HWV somit wohl niemals wirklich und dauerhaft zum Erliegen bringt :-)


    Ist es nicht ähnlich wie der Automarkt?


    softius fragte nach persönlichen Erfahrungen. Und da bin ich heilfroh, recht einfach zufrieden zu sein. Aber selbst nach 8 Jahren Dampfen habe ich mit dem Dvarw etwas für mich revolutionär Neues entdeckt, das mich sämtliche Flashis einmotten und durch Dvarws ersetzen lässt. Hätte mir das jemand vor wenigen Monaten gesagt, ihm hätte ich einen Vogel gezeigt.


    Also auch die Welt des Dampfs kann ein Sturzbach sein oder ein langer ruhiger Fluss, sie ist aber immerzu in Bewegung. Wer weiß, was, wie und mit welchen Geräten bzw. mit welcher Technik wir in 5 oder 10 Jahren dampfen werden?

  • Mesh und Coil sind technisch weit unterschiedlicher, als es auf den ersten Blick scheint.

    Mesh hat, technich bedingt, so gut wie nie eine Bottom-Airflow, die ist nur in abgewandelter Form möglich.

    (Man kommt ja nicht direkt unter das Mesh, da ist die Watte.)

    Eine Side-Airflow bei einem Mesh ist aber auch anders als bei einem Coil, denn das Mesh liegt tiefer in Relation zur Airflow.

    Das hat Auswirkungen.

    Das Gemisch ist weniger dicht, da mehr Luft oberhalb des Meshs in den Verdampfer kommt.

    Das sorgt für mehr Abkühlung des Nebels, und betont die Hauptgeschmäcker.

    Für einfache Liquids kann das durchaus ein Vorteil sein, wenn man nicht grade Tricks machen will (dafür ist Mesh nicht sonderlich geeignet), für Premiumliquids ist es eher ein Nachteil, außer man will die Kleinigkeiten garnicht, was bei bestimmten Liquids durchaus der Fall sein kann. (TK ist ein Kandadat, bei dem man evtl einzelne Nuancen ausschalten will.)

    Mesh hat letztlich immer etwas ähnliches wie eine Top-Airflow, die wird eher selten verbaut, da sie geschmacklich meist schwächer abschneidet als die Side- oder Bottom-Airflow, verbaut wird sie eher wegen der größeren Kühlwirkung, in Kombination mit einer Side-Airflow wie z.B. der Cheetah 1, der seine sehr kleine Kammer damit zusätzlich kühlte und für Verwirbelungen in der Verdampferkammer sorgt.

    Wer also einen dichten Dampf und Nuancen im Liquid sucht, wird in der Regel mit einem guten Coil besser fahren, man "bezahlt" mit etwas heißerem Dampf und evtl. weniger Throat Hit (siehe unten).

    Wer eher nicht so dichten Dampf wünscht, was nach meiner Erfahrung auch zu mehr Throat Hit führt, und seienen Dampf kühl macht, wird mit einem Mesh besser fahren.

    Hier könnte auch der Grund liegen, warum erfahrene Dampfer selten auf Meshs stehen, Neudampfer diese aber oft mögen. Der Throat Hit ist wohl eher für Umsteiger wichtig als für erfahrende User (die haben schon umgelernt und orientieren sich nichtmehr so an der Kippe).


    Beides hat Vor- und Nachteile, es gibt kein richtig, nur unterschiedliche persönliche Geschmäcker und Bedürfnisse. Eine Rolle spielt natürlich auch, dass die wirklich guten Coils entweder selbst gebaut oder teuer gekauft sind. Und natürlich ist der Einbau viel mehr fehlerbehaftet als ein Mesh.

    Meine "Hammerschlag-Coils" (also Fused Claptons bei denen hinter den Runddrähten noch Flachdraht liegt) sind sehr Hitzeempfindlich, zwischen Mund verbrennen und gutem Geschmack liegt da nur 1 mm in der Höhe bei einer Side-Airflow, oft muss selbst ich (und ich habe diese Coils "erfunden" und hunderte davon verbaut) nach ein paar Zügen nochmal leicht nachjustieren, bis das absolut richtig sitzt, da ist wenig Toleranz, ein Mesh hingegen kann man nach Schema F einbauen, das passt, egal ob das Mesh 2 mm höher oder tiefer steht.

    Wie man hier lesen kann, ich bin klar ein Coil-User und kann mich mit Meshs nicht anfreunden, denn sie liefern nicht das Dampferlebnis, das ich suche.

    Man kann mit einem Coil in Richtung Mesh kommen, etwas weniger Leistung, Coil etwas weiter von der Airflow, bei einer Side-Airflow etwas tiefer und man hat ein Mesh-ahnliches Dempferlebnis, man kann mit einem Mesh aber nicht wirklich an das kommen, was einen Coil auszeichnet. (Falls man das sucht natürlich, wie gesagt, alles Geschmackssache.)

    Die Frage ist letztlich, was genau sucht man. Wie so oft gibt es da letztlich kein besser oder schlechter, sondern es ist Geschmackssache (sagte der Affe und biss in die Seife).

  • Also, mit dem "das Mesh liegt tiefer", das kann ich so nicht 100% bestätigen. Im Ragnar hab ich ja gerade das Meshdeck des A+ eingebaut, dort sind zum einen 2 Löcher unter der Watte im Deck (ok, da wird sicher nur minimal Luft durch die Watte gesaugt), aber die Side-Airflow ist sogar etwas tiefer wie das Mesh, so das dies von schräg unten mit Luft angeströmt wird. Wenn du dir das Bild in meinem Ragnar-Thread anschaust, siehst du, das dort ein Loch (das im Ragnardeck für die Bottomarflow ist) noch unter den eigentlichen Side-AF-Schlitzen liegt. Hier strömt die Luft dann direkt oberhalb der Halterung des Mesh und dann von unten am Mesh hoch. Somit wird das Mesh komplett durch Luft gekühlt und nicht nur von oberhalb.

    Mehr Throat-Hit kann ich für mich nicht bestätigen, finde den nicht groß anders wie mit Coils im Ragnar, aber man braucht natürlich mehr Leistung, um da ähnliche Effekte zu haben.

    Ich denke, man kann da auch eher nur grobe Pauschalaussagen machen, da sind die VD-Bauarten doch zu unterschiedlich. Auch Mesh kann man schlecht/fehlerhaft einbauen, ist zwar einfacher wie Coils, aber eben nicht absolut idiotensicher. Mesh nicht sauber gerundet -> kokelgefahr ist nur ein Beispiel oder wenn man das Mesh zu kurz macht, steigt ebenfalls die Kokelgefahr, da dann der Nachfluss nicht passen kann.

    Tja, und die Dichte des Dampfes. Bei Mesh ist die Dampfentwicklung viel größer, daher muss da auch mehr Luft ran, um die gleiche "Aromendichte" zu bekommen wie bei Coils mit weniger Dampf. Ich glaube, es ist auch wichtig, wie denn die "Aromendichte" genau ist, wenn, doof gesagt" 100 Moleküle pro qmm gegeben sind, sprechen die je nach Liquid die Geschmacksknospen anders an. Das eine Aroma braucht sozusagen 10 Teile je Geschmacksknospe für den Genuß, das andere nur 3 oder 100 ?

  • softius

    Natürlich gilt das nicht absolut.

    Aber es ist auffällig, das Mesh oft bei Leuten, die erst kurz dampfen, besser ankommt.

    Ich habe auch ziemlich direkt mit Selbstwicklern und Drippern angefangen, trotzdem sind diese Geräte eher bei Leuten beliebt, die länger dampfen.

    Mir ging es mehr um eine Tendenz als um eine absolute Aussage.

    Ist halt bei so kurzen Texten immer etwas schwierig, das genau auszudrücken.


    ZumaFx

    Den Ragnar habe ich mir noch nicht angesehen, bei den (meisten) Mesh-Verdampfern, die ich kenne, ist es so. Ist etwas schwer das alles zu beschreiben.

    Die Strömung in Verdampfern ist nicht ganz so simpel, wie es auf den ersten Blick scheint.

    Mag sein, dass da mittlerweile Leute an den Problemen gearbeitet haben, was du beschreibst sind ja letztlich die Mechanismen, die ich angesprochen habe. Natürlich kann man das alles auch anders lösen, das sind letztlich technische Fragen.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden