Ehrliche Frage: Ist der Hass gegen Disposables nur noch Nostalgie?

  • Mal eine ganz ehrliche Frage in die Runde: Warum wird hier im Forum eigentlich so verbissen auf Disposables geschimpft?

    Ich verstehe das Umwelt-Argument mit den Akkus absolut. Aber wenn wir mal rein die technologische Entwicklung und den Geschmack betrachten, hängen die modernen High-Capacity Geräte die klassischen selbstgewickelten Verdampfer oder trägen Pod-Systeme doch mittlerweile meilenweit ab.

    Zwei Punkte, die meiner Meinung nach für die modernen Einweg-Systeme sprechen:

    • Konstanter Geschmack: Die Aroma-Intensität und vor allem die Coil-Konsistenz bis zum letzten Zug kriegt man mit fast keinem normalen Tank-Liquid mehr hin, ohne dass nach drei Tagen die Watte verkrustet.
    • Maximaler Komfort: Statt ständig Base zu mischen, Coils zu wechseln und siffende Tanks in der Tasche zu haben, hat man hier ein perfekt abgestimmtes System mit Zugautomatik und digitalem Display.

    Ist der Hass gegen Disposables hier im Forum nicht langsam eher eine veraltete "Hobby-Nostalgie", während der reale Markt draußen schon längst drei Schritte weiter ist?

    Ich freue mich auf eine sachliche Diskussion und eure Meinungen!

  • Maximalen Geschmack und Komfort habe ich mit meinen Selbstwicklern schon weit über 10 Jahre.

    Base mischen und neue Rezepte probieren geht Ruck Zuck.

    Es gibt mittlerweile einige gute Podsysteme, da stimme ich zu.

    Allerdings haben beide Sachen für mich nichts mit den Einwegtröten zu tun.

    Der Markt für Vape Urgesteine ist am aussterben. Ist alles was noch auf den Markt kommt ein Anreiz für neue Dampfer ?

    Nicht wirklich, ich denke das Vapen als Alternative zum Rauchen auch finanziell nicht mehr attraktiv ist.

    Wer heute noch etwas wegen seiner Gesundheit diesbezüglich unternehmen möchte, sollte einfach aufhören.

    Edit: Ich schimpfe gerne über die China Einwegtröten, die sind einfach ein Haufen Kacke und leider auch ein Lifestyle Produkt für Jugendliche.

    Den Sinn haben die Dinger um 2000 % verfehlt. Die sind kein Umstieg, sie sind ein Einstieg.

  • Dein Text ist klassisches rhetorisches Framing.

    Konkret: Technische Behauptungen, die nicht stimmen:

    "Konstanter Geschmack bis zum letzten Zug" – das ist Marketing. Disposables verwenden billige Mesh-Coils mit vorgefertigtem Liquid in fixer Zusammensetzung. Ein ordentlich gewarteter RTA oder gutes Pod-System liefert reproduzierbar bessere Ergebnisse.

    "Meilenweit abhängen":

    subjektiv und unbelegt. Hochwertige Pod-Systeme (z. B. Vaporesso, Lost Vape, Oxva) haben technisch vergleichbare oder bessere Verdampfergeometrien.

    Die "15000/25000 Züge"-Angaben sind bekanntermaßen stark übertrieben und kaum nachprüfbar.

    Rhetorische Tricks im Text False Dichotomy:

    Entweder Disposable oder "Base mischen / siffende Tanks" – die breite Mitte existenter Geräte wird ignoriert.

    Strawman: Kritiker werden als nostalgisch/rückständig dargestellt, nicht als inhaltlich argumentierend.

    "Realer Markt draußen"

    Marktanteil = Qualitätsbeweis ist ein Trugschluss. Filterzigaretten haben auch den größten Marktanteil. Umwelt-Argument wird schnell konzediert ("absolut verstanden") – um es dann vollständig fallen zu lassen.

    Was tatsächlich für Disposables spricht (ohne Framing)

    • Einstiegsbarriere
    • null Wartungsfreiheit ist real für Gelegenheitsnutzer sinnvoll

    Was tatsächlich dagegen spricht

    • Kostentechnisch massiv teurer pro ml
    • Liquid Qualitätskontrolle bei Billigprodukten problematisch (Schwermetalle, Diacetyl-Befunde in Studien)
    • Regulatorische Grauzone bei Hochkapazitätsgeräten (>2ml/20mg sind in der EU illegal)
    • Umwelt ist kein Luxusproblem, das man "versteht und weglegt"

    Die Frage "Hobby-Nostalgie?" ist eine Rhetoriktechnik, die echte Kritik delegitimieren soll, ohne sie zu entkräften.

    So viel zum Thema sachliche Diskussion.

  • Die Ablehnung hängt bei mir sekundär sicher auch mit ein wenig Nostalgie zusammen. Aber der Hauptgrund ist in der zerstörerischen Wirkung begründet.

    Disposables waren genau das, was die Gegner des Dampfens brauchten: ein Argument für weitgehende Einschränkungen. Aufgrund ihrer Konzeption, der vermeintlich günstigen Verfügbarkeit, den Designs und der massiven illegalen Werbung in (a)Sozialen Netzwerken konnte nun das (immer schon falsche) Argument, das Dampfen würde auf Minderjährige abzielen, um sie "süchtig zu machen", quasi belegt werden. Machen wir uns nichts vor: Die Dinger kommen auch rüber wie PEZ-Spender.

    Selbst wenn es nicht die Intention war (worüber ich mir nicht wirklich im Klaren bin), die Jüngsten zu adressieren, war die tatsächliche Adressierung der Jugend aber mindestens ein Nebeneffekt der Einfachheit. Den Stift kauft man sich und kann losdampfen. Die Gören würden nicht erst anfangen, selbst zu Wickeln oder Verdampferköpfe auszutauschen und ständig nachzufüllen. So aber... mit dem "Pfrunzel to go" waren die Dinger ein prima Kaugummi-Ersatz.

    Der Handel hat das dann auch noch schön befeuert, weil man voll auf den Zug aufgesprungen ist. Leider hat man nicht weiter, als bis zur eigenen Nasenspitze geschaut, sonst wäre deutlich zu sehen gewesen, dass man den ANTZ damit den Dolch reicht, welchen sie einem selbst dann mit Freude ins Herz stechen. Hauptsache, das schnelle Geld abgreifen.

    Und dass jetzt die Cooling-Agents und Menthol auf der Abschussliste stehen, liegt auch in dieser Produktgruppe begründet. Diese Zutaten sind es nämlich, die den Geschmack ausmachen, selbst wenn man sie als solche vielleicht gar nicht wahrnimmt. Es geht um die vermeintliche "Verführung der Kinderlein", die durch die beliebten Geschmacksrichtungen erfolgt. Mit Kindern kann man alles begründen, sogar eine Ausweispflicht im Internet. Also weg mit dem Dampfen!

    Selbst wenn jetzt ein Verbot von Disposables kommt... es ist eigentlich überflüssig und zu spät, denn der Markt wird durch die Aromenverbote ohnehin abkacken. Und nicht nur der Markt für Dispos, sondern der gesamte Markt.

    Toll daran: Es wird nicht viel bewirken, was den Konsum von Disposables durch bestimmte Gruppen betrifft... denn der legale Markt ist zu vernachlässigen, der illegale Markt boomt hingegen und wird auch mit einem Verbt nicht verschwinden. Und in illegalen Einwegpfrunzeln kann man dann auch weiterhin die guten Geschmackskreationen verhökern... denn es ist egal, ob es einfach oder doppelt illegal ist. Man kriegt die eh nicht wirklich dran.

    Der Disposable-Boom, der nicht zuletzt vom Handel und deren Verbänden mit vorangetrieben wurde, war der letzte Sargnagel für die "Dampfer-Kultur". Und deshalb verachte ich die Dinger und alle, die sie unters Volk gebracht haben und noch bringen.

  • Der eine Punkt(der vermeintliche "Hass") ist für mich eher eine politische Frage, da die Disposables den Gegnern des Dampfens Argumente/"Ausreden" (Jugendschutz, Umwelt, Aromenverbote) liefern und sie somit den den Sargnagel für individuelle, erschwingliche Alternativen zum Rauchen darstellen. Daher, seh ich darin einfach nur kleine Helfer um Geld aus einer Gruppe von EX Rauchern zu pressen.

    Ich lass mich ungern für meine gesündere Alternative "melken" und durch fadenscheinige Begründungen verarschen.

    Der andere Punkt ist, wie der Unterschied zwischen Fastfood(Disposables) und richtigem Essen. Schmeckt und bedient im ersten Moment die Geschmacksnerven, unterwegs auf die Schnelle ok, auf Dauer aber unbefriedigend.

    Mit welchen klassischen selbstgewickelten Verdampfern hast du denn Erfahrung, dass du scheinbar noch nie wirklich vielschichtigen guten Geschmack und soften dichten Dampf genießen konntest? So liest es sich für mich, was du da als "Meinung" hast.

    Ich wechsle legendär selten Coils und meine Lieblingsverdampfer siffen nicht, aber sie schmecken und stellen mich auch noch nach Stunden/Tagen/Monaten und Jahren zufrieden. Das hat bisher noch keins der modernen "High-Capacity Gerät" geschafft.

    Aber, ich vermute, dass du nicht wirklich hier bist um deine Erfahrungen zu diskutieren. Sei es weil sie fehlen, sei es aus anderen (noch) unbekannten Gründen.:popcorn01:

    Ich glaube es hat schon mal jemand gefragt: Mit was für Geräten bist du denn so unterwegs?

  • Ich habe schon einige Disposables probieren dürfen und würde mich nie dafür entscheiden. Die waren geschmacklich überhaupt nicht mein Ding, allein von der übertriebenen Süße her. Da geht nichts über einen vernünftig gewickelten Selbstwickler, der haut einen klareren Geschmack raus und ist auf Dauer günstiger, wenn man ihn pfleglich behandelt. Die meisten meiner selbstgemischten Liquids sind coilschonend, somit muss ich sehr wenig wickeln. Mein Akkuverschleiß ist ebenfalls gering, muss selten welche austauschen.
    Deshalb frage ich mich, warum sollte man Einwegteile benutzen, wenn man mit einer vernünftigen Dampfe kostengünstiger und umweltfreundlicher unterwegs ist.

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