Sicherheitswarnung Golisi S4

  • Über ihr Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food Produkte warnt die EU vor der Verwendung des Golisi S4 und ordnet den Rückruf dieser Geräte durch den Hersteller an.


    Zitat

    Art der Warnung: Ernst

    Art des Risikos: Elektrischer Schlag
    Die Isolierung ist nicht ausreichend, und der Kreepageabstand zwischen dem aktiven Primär- und zugänglichen Sekundärkreislauf ist nicht ausreichend. Ein Benutzer kann daher mit aktiven Teilen in Berührung kommen und einen elektrischen Schlag empfangen./das Produkt entspricht nicht den Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und der einschlägigen europäischen Norm EN 60335.


    Quelle: Safety Gate ec.europa.eu


    Gefunden auf mountainprophet.de

  • Ich habe das Teil ebenfalls. Aber noch verpackt als Reserve. Naja, ich kenne einige, die es schon lange benutzen und keine Probleme damit haben. Da ich nun weiß, dass ich mit ihm einen "Problem-Lader" besitze, gehe ich bedachtsam damit um, falls ich das Teil überhaupt jemals auspacken werde. Die Warnung finde ich aber trotzdem hervorragend, denn es ist schlicht unverschämt, ein solch minderwertiges Produkte überhaupt auf den Markt zu bringen. Das wirft kein gutes Licht auf die Firma Golisi, auch wenn das "S6" fehlerlos sein sollte.

  • Worin besteht denn genau der Fehler? Weiß das jemand? Ich habe interessehalber mal nach "Kreepageabstand" gegoogelt. Was da zu lesen ist, sind nur Wiederholungen derselben kryptischen Fehlerbeschreibung bei anderen Produkten. Gibt es eine bessere Erklärung in deutscher Sprache? Ich würde nämlich, um mich zu schützen, schon gerne genauer wissen, was an dem Teil und bei welcher Handhabung gefährlich ist. "Du kannst damit jederzeit eine gewischt bekommen" ist mir persönlich zu wenig, erst recht da manche Leute den Lader ja schon lange benutzen.

  • Kann man das mal temporär anpinnen?

    Ich halte sowas für wichtig.

    Vermutlich wird zwar nicht viel passieren, aber 220V zwirbebeln ordentlich. (Ja, hab ich schon abbekommen, solange man gesund ist, stirbt man normalerweise nicht daran, aber es tut weh und ist nicht gut fürs Herz. Und da hier viele Ex-Raucher sind dürfte die Zahl kardiovaskulärer Probleme erhöht sein, und dann gibt's ja noch diese kleinen Menschen, und auch Haustiere können hier einem Risiko ausgesetzt werden ....)


    Nachtrag:

    Es geht um den Abstand zwischen elektrischen Kreisen/Elementen.

    Aber nicht den über die Luft (das wäre "Clearance-Abstand") sondern über das Gehäuse und ähnliches.

    Wenn du z.B. mal (völlig sinnlos aber vorstellbar) ein Fenster und den Abstand zum Fenster des Nachbarn gegenüber nimmst, wäre der Clearance-Abstand die Luftlinie (also das, was bei Corona zählt), der Creepage-Abstand wäre die Wand runter, über den Boden, und die andere Wand hoch. (Also das, was eine Küchenschabe zurücklegen würde.) Hier kommen dann Dinge wie eindringende, leitfähige Feuchtigkeit/Partikel eine Rolle, aber das führt dann hier etwas weit.

    Vielleicht hilft dir diese Seite ein wenig beim Verstehen, das Bild ist relativ gut.

  • Prima, danke DoDoDampft, jetzt kann ich mir das auch vorstellen. Es bedeutet also, dass es unter bestimmten ungünstigen Bedingungen sowie nach längerer Zeit des Gebrauchs (kein Gehäuse ist letztendlich staubdicht) zu einem Kurzschluss kommen kann. Das erklärt dann auch gut, dass bei einigen das Gerät noch (!) problemlos funktioniert, würden sie es beispielsweise im oder in der Nähe des Badezimmers verwenden oder würde es nach weiteren X Jahren des Gebrauchs innen zu einer bestimmten Staubansammlung kommen, könnte der Punkt eines Kontaktes, der in dem Moment entsteht, sobald der Stromkreis durch Einlegen eines Akkus geschlossen wird, jederzeit erreicht sein. Berührt man dann aus welchen Gründen auch immer die Schiebekontakte, so erfährt man den Schlag.


    Habe ich das so einigermaßen richtig verstanden?


    ___________

    edit: nur vorsorglich: ich weiß, dass Hausstaub nicht leitet, feuchter Staub leitet aber.

  • Laut Simon VSI Investigation könnte es sein, dass die gefährlichen Golisi-Ladegeräte Clone sind. So lautete die Aussage von dem Vertriebsleiter Golisi Deutschland.


    Ob das jetzt eine vertrauenswürdige Aussage ist kann ich nicht beurteilen. Wir haben jedenfalls beschlossen unser Ladegerät in den Müll zu werfen. Sicher ist sicher....beim letzten Stromschlag bin ich mit der Bohrmaschine in der Hand im hohen Bogen von der Leiter in die Badewanne geflogen :smilieve78: und das war gar nicht lustig. Naja, jetzt kann ich darüber lachen.

  • Monomond

    Auch, es kann auch einfach sein, dass Teile, die eigentlich nicht geladen sein sollten aufgeladen werden, und du beim berühren dann entlädst, also einen Schlag bekommst (Sowas ist bei diversen Haushaltsgeräten schon passiert, dafür ist, unter anderem, der Schuko da, also die kleinen Metaldinger seitlich an der Steckdose). Oder zu viel Strom in einen Kreis kommt, der eigentlich schon runtergeregelt sein sollte oder ....

    Um dazu was zu sagen müsste ich aber mehr Daten haben.


    Aber ja, im Prinzip läuft es darauf hinaus, es muss halt nicht zwingend der Kurzschluss das Ergebnis sein. Und ja, ich weiß, ich bin ein Klugscheißer, aber in diesen Dingen sollte man, imho, lieber zu genau sein.

  • ich weiß, ich bin ein Klugscheißer, aber in diesen Dingen sollte man, imho, lieber zu genau sein

    Du bist kein Klugscheißer, denn damit hast du völlig recht und deshalb ist "Golisi" für mich auch unten durch. Diese Gefahr wurde quasi eingebaut (der Lader wurde schließlich von "Golisi-Ingenieuren" entwickelt) und entstand nicht durch einen nachträglichen Fehler, der immer mal passieren kann, wie Materialermüdung, falsches Material oder ein "Shit Happens" im Nachhinein. Deshalb wollte ich es auch genauer wissen, denn wenn ein nötiger Abstand bei der Stromführung nicht eingehalten worden ist, so lässt das mindestens auf ein Nicht-Wissen der Entwickler schließen, also auf Inkompetenz. Dabei spielt es m.E. keine Rolle, wenn das beanstandete Gerät ein 1-zu1-Nachbau gewesen sein sollte, da es eben nicht, wie üblich, um Billig-Material oder weggelassene Isolierungen geht, sondern da die fehlerhafte Konstruktion beim Klon ja insgesamt einfach nur kopiert worden wäre (hier in Form des zu geringen und bauartlich bedingten Abstands der Stromleitungen). Außerdem kaufe ich dem deutschen Geschäftsführer die Klon-Erklärung sowieso nicht ab, denn er hat mit dem Konstruktionsbüro von Golisi nichts am Hut, will sagen, das kann er gar nicht wissen. Wüsste er mehr, würde er auf den Fehler genau eingehen. Das ist nur "Pressesprecher-Geschwurbel" von ihm. In Zukunft heißt's bei mir: Golisi - Nein Danke.

  • Monomond

    das Problem ist, auch das wissen wir eben nicht.

    Wenn es wirklich ein Nachbau ist, und dabei Kontakte offen liegen, ist es möglich, dass das beim Original nicht der Fall ist, entweder, weil beim Clone einfach gespart wurde, oder auch weil das Material dort unzureichend war und sich verabschiedet hat oder ....


    Es gibt z.B. Isolierfolie, die hat teilweise unter 0.1mm, nicht ganz billig und halt montagerechnisch ein zusätzlicher Aufwand, oder eine Einfassung konnte so einfacher gebaut werden, es gibt viele Möglichkeiten. Unter anderem deshalb mag ich keine Clone, solche Risiken hat man eben leider dort vermehrt. Die Leute die Clonen (was auch immer) müssen nicht zwingend verstehen, was sie tun, dabei kann dann halt ein scheinbar überflüßiges Teil wegfallen, das am Ende doch einen Sinn hatte.


    Ich verstehe, das man da nun erstmal vorsichtig ist, aber bevor ich eine Firma verdamme, will ich die ganze Geschichte haben. Wenn hier wirklich ein Clone das Problem ist, und der eben doch nicht ganz 1 zu 1 nachgebaut wurde,

    dann Kleinigkeiten sein.


    Ich halte es für richtig frühzeitig zu warnen, aber ich denke auch, man sollte immer so fair sein, dann zu schauen, was wirklich das Problem war.

    Im Moment ist, afaik, nicht bekannt, ob das alle Geräte betrifft, abseits von allen komplexen Erklärungen kann es auch schlicht ein unentdecktes Problem bei der Produktion sein, das nur 0.x% der Geräte betrifft, weil eben da die Isolierfolie alle war oder was weiß ich. Also einfach ein Problem der Endkontrolle, passiert leider immer wieder.


    Alles was ich hier schreibe an Möglichkeiten ist ohne jedes Wissen um den konkreten Fall, ich will nur aufzeigen, das man immer warten muss.


    Und danke für die netten Worte ;)


    P.S.:

    softius

    Gib bitte mal deine Ergebnisse hier bekannt, am liebsten mit Fotos.

    Danke im voraus.

  • Du hast recht DoDoDampft, ich schränke meine Aussage jetzt dahingehend ein, dass ich bis zur Klärung des genauen Sachverhalts mein Golisi noch behalten werde, und sollte es sich um ein Klon gehandelt haben, ich mich reumütig für meine vorschnelle Aussage hiermit bereits vorsorglich entschuldige.


    DENN:


    Die Warnmeldung stammt aus Finnland. Nun weiß ich natürlich nicht, wie sorgfältig der finnische Verbraucherschutz arbeitet, aber dass die Leute dort sich wenigstens anhand des Scretch-Codes versichert haben, ein Original in Händen zu halten, sollten wir alle eigentlich annehmen. Ansonsten kann man ja niemandem mehr vertrauen.


    ABER:


    wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist, besitzt das finnische Exemplar keinen Scretch-Code - zumindest nicht an dem Ort, an dem sich bei meinem Gerät dieser Code befindet, nämlich rechts. Das könnte tatsächlich ein Indiz für eine Fälschung sein. Der identische Barcode (nicht auf dem Foto zu sehen, er ist aber gleich) sagt hingegen nicht sehr viel aus.


  • Oh, noch etwas Interessantes:


    Nach dem Fotografieren habe ich meinen Scratch-Code aufgerubbelt und bei Golisi überprüft. Der Code konnte nicht authentifiziert werden. Jetzt gibt es 3 Möglichkeiten:


    1. Mein Gerät ist ein Klon

    2. Eine technischer Fehler lässt keine Authentifizierung zu oder aber

    3. Golisi hat vorsorglich alle "S4-Codes" gesperrt bzw. erteilt ihnen keine Authentifizierung mehr (aus Sorge vor Regressansprüchen).


    Nun wäre es sehr interessant, wenn andere S4-Besitzer ihren Code ebenfalls überprüfen würden. Sollten sie das schon vor geraumer Zeit gemacht haben, wäre es spannend, zu sehen, was heute passiert.

  • softius und Monomond, so wie ich das bisher gelesen habe kann es zu einem Überschlag kommen, den wir anhand von nicht eingehaltenen Abständen anhand von Fotos nicht beurteilen können.

    Auf den Fotos ist auch nur der Niederspannungsbereich zu sehen, der gesamte 220Volt Bereich ist auf der anderen Seite der Platine, und da wird wohl das Problem liegen.

  • Stimmt Dampfman. Trotzdem finde ich einen Blick in beide Geräte nicht uninteressant, da wir damit ausschließen können, eventuell grob verschiedene Klone zu besitzen. Wobei das mit der Authentifizierung vielleicht noch mal jemand anderes überprüfen könnte, damit ein Fehler (Tippfehler oder irgendwelche Browsereinstellungen) ausgeschlossen werden können.


    Ansonsten sieht alles gleich aus.


         



    Auch im direkten Vergleich als Bildersuchspiel gäbe es hier wohl keinen Sieger, der einen Unterschied finden würde:


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