So, ich will mal versuchen, ein paar Methoden für die "Basics" zu beschreiben.
Da wäre als erstes das begradigen der Kerndrähte. Um einen möglichst sauberen Draht herzustellen, ist das begradigen sehr empfehlenswert. Was genau ist aber gemeint ?
Für gewöhnlich bekommt man den Draht ja auf Rollen und egal, welchen Durchmesser die haben, wenn man ein Stück abwickelt, ist der Draht nie ganz gerade, er wellt sich oder rollt sich gar wieder etwas auf. Für den Bau eines Sticks brauchen wir aber am besten pfeilgerade Drahtstücke, zumindest erleichtert dies gerade dem Anfänger die Herstellung.
Um nun aus dem welligen Draht das gerade Stück zu bekommen, kann man
Stretchen
Dazu nimmt man sein Drahtstück und fasst jedes der beiden Enden mit einer Zange, die idealerweise geriffelte Backen hat. Dann zieht man das Stück gerade und sobald man spürt, das sich der Draht längt, stoppt man wieder. Nun ist der Draht sehr gerade und im Idealfall nur 2-3mm länger geworden. Stretcht man zu sehr, wird der Draht dadurch dünner (meist ungleichmäßig) und kann sogar reissen. Mit ein wenig Übung ist dies aber relativ leicht und der schnellste Weg, einen Draht zu begradigen.
Drehen
Hierbei nutzt man den Akkuschrauber bzw seinen Antrieb. Man spannt ein Ende des Drahtes ins Bohrfutter ein oder wickelt ein Ende um einen evtl. vorhandenen Haken/Haarklammer o-ä. Nun nimmt man das andere Ende und hält dieses mit der Zange fest. Dann zieht man den Draht gerade, ohne ihn zu stretchen und hält ihn fest, während man nun den Antrieb startet. Dadurch wird der Draht in sich gedreht, was ihn dann begradigt. Schaut man sehr genau hin, erkennt man am Farbspiel, das auf dem Draht Licht und Schatten entstehen. Nach kurzem Drehen (je nach Drahtlänge weniger oder mehr lang) ist der Draht begradigt. Optimalerweise dreht man nun nochmal in die andere Richtung, um die Verwindungen im Draht wieder zu entfernen. Hier hilft auch das Farbspiel, je größer/breiter die Licht/Schattenstreifen werden, desto mehr hat man die Verdrillung rausgedreht. Natürlich kriegt man die nicht wieder ganz raus, aber größtenteils. Auch hier ist nun ein pfeilgerader Draht entstanden.
Welche der beiden Methoden man nutzen will, ist persönliche Vorliebe. Bei beiden gibt es Pro und Contra, das Stretchen kann den Draht dünner machen, beim Drehen wird die Oberfläche des Drahtes etwas rauher/weniger glatt. Das kann jeweils ein Vorteil oder Nachteil sein, für einen strammer sitzenden Mantel ist das Drehen besser, für Coils, bei denen eher glatte Kerne wichtiger sind, wäre das stretchen besser geeignet.
Beides ist aber eher marginal und nicht entscheidend für eine gute Coil.
Es gibt Meinungen, die behaupten, das gedrehte Kerne eher Hotspots in der Coil hervorrufen, andere meinen, das stretchen die Drahtstärken verwässern und somit die errechneten Ohmwerte abweichen. Beides mag theoretisch sein, in der Praxis kann ich das aber eher nicht bestätigen.