Nachlassende Wirkung des Nicotins

  • Panik macht sich breit: Bin ich Nicotiniker? =O

    Meine eigentliche Frage ist, ob sich der Körper mit der Zeit an das Nikotin gewöhnt und sich die Wirkung abschwächt?
    (Quasi wie ein Alkoholiker, dem man nach einer halben Flasche Hochprozentiges nix anmerkt, während ich nach drei Bier im Graben liege.)

    Und viel wichtiger: Was ließe sich dagegen unternehmen?


    Kurze Vorgeschichte:
    Mit der Ankunft unser Nachwuchses habe ich drastisch die Dampfmenge reduziert um sicher zu gehen, dass nichts in die vom Knirps bewohnten Zimmer ziehen kann.
    Ich dampfe in meinem Arbeitszimmer und im Keller also gerade mit 6-7 W und quasi null Dampfausstoß. Im Gegenzug bin ich mit dem Nicotin bei MTL von 6 mg auf 12 mg.
    Anfangs haben die 12 mg auch ordentlich gebimmelt aber der Effekt hat mit der Zeit immer stärker nachgelassen und jetzt bin ich bei 14 mg. Das flash aber auch nur noch direkt am Morgen und im Laufe des Tages fühlt sich das wie laues Lüftchen an. Auf den Throat Hit kann ich aber nicht verzichten.
    Jetzt habe ich Angst, dass ich mir irgendwann Bunkerbase pur reinzimmer. :emojiSmiley-45:

    Anfangs war es ja so, dass ich die Nicotinmenge im Laufe der Zeit reduziert habe. Ganz ohne hat aber nie geklappt.
    Und jetzt gehe ich den umgekehrten Weg. Irgendwie gefällt mir das garnicht. :emojiSmiley-27:

    Kennt Ihr das auch oder läuft mit mir irgendwas verkehrt?

  • Mach Dir keine zu großen Sorgen, Guybrush Peepwood . Die Nikotinmenge, die Dein Körper für die positiven Wirkungen benötigt ist individuell, aber recht stabil.


    Du hast die Menge noch nicht wirklich gefunden. Helfen könnte, wenn Du Dich daran erinnern würdest, wie Dein Konsumverhalten vor der „Dampfmengenreduzierung“ war. Wenn Du vorher mit Deinem Konsum zufrieden warst, dann überleg mal, wie viel ml Du am Tag konsumiert hast. Du kannst dann anhand der Nikotinstärke (6 mg/ml) ausrechnen, wie viel mg Nikotin Du Dir so am Tag zugeführt hast.


    Und nun musst Du schauen, wie viel ml Liquid Du mit der reduzierten Leistung am Tag schaffst (also ncht bezüglich Befriedigung, sondern wie viel Du in der Wachphase wegzudampfen schaffst). Jetzt lässt sich über einen einfachen Dreisatz ausrechnen, wie viel Nikotin ein ml Deines „Niedrigwattliquids“ enthalten muss, um auf eine tägliche Nikotinmenge zu kommen, wie vorher.


    Das Zauberwort heißt „Selbsttitration“… Dein Körper verlangt nach einer bestimmten Menge Nikotin… und man holt sich das unbewusst (durch Dauernuckeln, Wolkenwerfen oder Änderung der Nikotinkonzentration im Liquid) genau in der benötigten Menge. Dieser Wert ist ziemlich konstant… lebenslang.


    Das ist auch der Grund weshalb ein Raucher, der mit Willenskraft aufgehört hat, nicht wieder mit dem Rauchen z.B. als „Gelegenheitsraucher“ anfangen kann, sondern innerhalb kürzester Zeit wieder bei der alten Zichtelmenge ankommt. Und das ist auch der Grund, weshalb E-Dampfen nicht viel besser zur Nikotinentwöhnung geeignet ist, als Pflästerchen oder Kaumimis. Denn man müsste für die Nikotinentwöhnung den Stoff ausschleichen… und dafür hilft nur Willenskraft und Selbstdisziplin. Einen ganz kleinen Vorteil hat das Dampfen, weil einige Elemente des Rauchens erhalten bleiben (Throathit und Inhalitionsritual)… aber es ist kein Wundermittel.


    Aber als Möglichkeit zur Raucherentwöhnung (was ja heißt, man stellt die Rauchinhalation ein, aber Inhalation und Nikotinzufuhr muss man nicht einstellen, um Nichtraucher zu sein) ist die E-Dampfe absolut unschlagbar und extrem erfolgreich. Es gibt auch kaum einen Grund, die Nikotinzufuhr einzustellen, es sei denn, man gehört einer Risikogruppe an. Die noch relativ schlechten Ergebnisse bei Erhebungen zur E-Dampfe als Entwöhnung liegen daran, dass der Erfolg an einer kompletten Nikotinentwöhnung gemessen wird. Würde man (was RICHTIG wäre) nur schauen, wie viele mit dem Tabakrauchen aufhören konnten, ohne die Nikotindampfinhalation zu beenden (wofür es auch keinen Grund gibt), dann wären die Erfolsquoten fantastisch.

    „Manchmal entsteht ein Scheißesturm einfach dadurch, dass jemand die eigenen Fäkalien in den Gegenwind spritzt.“ (Alexander Wendt)


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  • Ich denke du machst dir viel zu viele Gedanken darüber ob dein Körper genug Nikotin bekommt.

    Dein Körper reagiert ganz normal, er gewöhnt sich an der Menge von Nikotin und das bimmeln bleibt aus.

    Der Körper verlangt dann immer mehr, weil du das dampfen auch einschränkst.

    Ich persönlich finde das die Sucht nicht das Nikotin ist, sondern dieses Ritual sich etwas in den Mund zu stecken und ein zu atmen.

    Ich glaube du solltest außerhalb der Wohnung mal mit DTL versuchen, ich denke das würde dir mehr bringen und das Nikotin reduzieren.


    Dir fehlt eher mehr das regelmäßige dampfen als das Nikotin. Da würde ich auf Geschmack aufbauen, da findet man genauso einen guten Kick.


    Mal noch zu erwähnen, ich meine ein passives Dampfen gibt es nicht. Dein Kind dürfte da sicher sein.

  • Guybrush Peepwood Ich will nicht klugscheißern, also erzähle ich kurz aus meiner persönlichen Erfahrung.


    Sehr ähnlich erging es auch mir am Beginn meiner "Dampfkarriere". Zu der Zeit war nur das MTL-Dampfen verbreitet und es gab noch keine Watte und keine bezahlbaren geregelten Akkuträger. Wie du, bemerkte ich den Unterschied des Flashs im Verlauf eines Tages. Der Flash war und ist für mich sogar wichtiger als die Nikotinmenge im Gehirn und wichtiger als der Geschmack.


    Weil ich noch kaum etwas über Nikotin wusste (und was ich wusste, war obendrein falsch), reduzierte ich die Menge mehr und mehr. Dabei stellte ich fest, dass dieselbe Menge innerhalb geschlossener Räume gut flashte, doch außerhalb kaum spürbar war. Auch fand ich einen Unterschied, ob ich bei windigem Wetter, in Kälte, bei Nässe oder im warmen Sonnenschein dampfte. Mal spürte ich nichts, nur Luft, mal warꞌs schön angenehm.


    Also erhöhte ich das Nikotin wieder, so dass es überall ausreichend spürbar war. MTL bei 16 bis 18 mg/ml. Dampfte ich damit aber zu häufig, bekam ich Kopfschmerzen. Sie kannte ich schon aus den Zeiten, wenn ich mal zu viel geraucht hatte. Dann hörte ich automatisch mit dem Dampfen auf. PepeCyB hatꞌs ja sehr schön ausführlich erklärt. Ich wollte also kein Nikotin mehr aber ich wollte trotzdem dampfen. Somit reduzierte ich die Nikotinmenge abermals und versuchte mit anderen Methoden den Flash zu steigern. By the way ist es der Beleg, dass Nikotinpflaster nicht wirken können, da man zwar durch sie einen Sättigungsgrad an Nikotin erreicht und nichts mehr davon haben möchte, doch das Ritual des Rauchens will man dennoch weiter genießen.


    Es dauerte knapp ein halbes Jahr bis dass ich die richtige Nikotinmenge und eine persönlich passende Art zu dampfen gefunden hatte (eine Mischung aus MTL und DL). Damit konnte ich genau die Menge dampfen, wie ich es liebte und ohne Kopfschmerzen zu erleiden. Mir hatte sehr der "Flash-e-Vapor" geholfen, ich kenne keinen Verdampfer, der so leicht so viel Flash erzeugt und den man überdies so verschiedenartig wickeln kann für mehr oder weniger Flash.


    In der Folgezeit explodierte förmlich die Verfügbarkeit verschiedenartiger Geräte auf dem Markt. Es gibt so viele Verdampfer und Akkuträger, so dass man jetzt leichter experimentieren kann. Meine persönliche Nikotinmenge liegt seit Jahren zwischen 3 und 6 mg/ml, je nachdem, ob ich die Meshverdampfer für DL nutze oder immer noch den geliebten Flashi für meine "Misch-Dampf-Art". Mittlerweile benutze ich weniger als 18 mg/ml Nikotin, da der Dampf mehr und dichter wurde, was an dickeren Drähten, an Watte statt Silikatschnur und an bessere Steuerbarkeit der Leistung liegt = mehr Dampf = mehr Liquidverbrauch pro Zug (pro Tag zwischen 10 und 15 Milliliter Liquid) = niedrigere Nikotinmenge für denselben Flash ohne auf die Häufigkeit des Dampfens verzichten zu müssen.


    Ich weiß, das hört sich vielleicht alles ziemlich kompliziert an, ist es aber nicht, es schreibt und liest sich nur kompliziert, das Ausprobieren, was für einen selber das Beste ist, macht sogar Spaß und ist kinderleicht. Falsch machen kannst du gar nichts dabei. Falls du Kaffee-Trinker bist, so ist es in der Tat genau dasselbe, deinen Lieblingskaffee zu finden. Du probierst dich durch alle Sorten, Koffeinstärken, Zubereitungen mit Milch und oder Zucker oder schwarz - und irgendwann hast du den für dich schmackhaftesten "richtigen" Kaffee gefunden.

  • Vielen Dank für die ausführlichen und sehr hilfreichen Antworten! Klasse! :emojiSmiley-04:

    PepeCyB
    Doof ist, dass ich meinen absoluten täglichen Nikotinkonsum gar nicht kenne bzw. nie zu ermitteln versucht habe.
    Ist auch schwierig da ich jahrelang sowohl MTL (6 mg) als auch DTL (2,5 mg) gemischt gedampft habe. Manchmal halt Triple- und Quadcoils mit riesen Wolken, manchmal mit genügsamen Singlecoilern.
    Hat mich auch nie sonderlich interessiert, da es mir ja gut ging, so wie es war.


    Mich hat einfach nur gewundert, dass es 4-5 Monate prima war mit den 12 mg und mir dann auf einmal was gefehlt hat.
    Ich werde aber jetzt mal schauen wieviel ich am Tag wegmache.


    Mal noch zu erwähnen, ich meine ein passives Dampfen gibt es nicht. Dein Kind dürfte da sicher sein.

    Aber ich bin dann nicht mehr sicher. Weil mich meine Frau nämlich lyncht, wenn der Kleine auch nur irgendwie in die Nähe meines Dampfes kommen würde. :emojiSmiley-44::emojiSmiley-28:
    Bin da aber theoretisch bei Dir, zumal ich im Haus eh nur dezent MTL gedampft habe.

    Hab seit zwei Tagen die DTL-VDs für draußen wieder reaktiviert. Mal kucken, was es bringt. :emojiSmiley-106:



    Monomond
    Danke dass Du mir den FeV in Erinnerung gerufen hast. War lange Zeit meine unangefochtene Nr. 1.
    Irgendwann ist er dann lediglich aufgrund des Gewichts undder Größe in die Zweite Reihe gewandert.
    Den werde ich jetzt aber wieder reaktivieren und mehr in Richtung Flash statt Dampf wickeln. :emojiSmiley-02:


    Ein guter Ansatzpunkt auch die anderen VDs zu optimieren versuchen. Hatte bei fast allen immer die Wicklung nahe an der Luftdüse präferiert. Die werde ich künftig weiter wegsetzen und vergleichen.

    Aber wenigsten beim Kaffee hab ich meinen Sweetspot gefunden. :emojiSmiley-18:
    War aber tatsächlich auch eine längere Suche.

    Apropos: Hatte auch schon überlegt es mal mit Koffein statt Nicotin zu versuchen. Hab halt dummerweise noch so abartig viel Bunkerbase.:emojiSmiley-19:

  • Möglicherweise könnte es hilfreich sein, wenn deine Frau sich ausführlich informieren würde über die (nicht vorhandenen) "Gefahren" des Passivdampfs und dich somit nicht mehr lynchen wollen würde, wenn ein dezentes Wölkchen Vanilleduft die Sensorik eures Kindes erreichte, so dass du nicht arg experemtieren müsstest... ;)

  • PepeCyB im Großen und Ganzen richtig.

    Allerdings eine Anmerkung. (Vermutlich eher verkürzt von dir.)

    Zigaretten enthalten mehrere Suchtstoffe, (welche, ist nichtmal vernünftig erforscht) daher kann das Dampfen schon der Einstieg aus dem Ausstieg sein.

    Rein in Bezug auf Nikotin stimmt deine Aussage, die Gleichsetzung Nikotin = Tabakrauch, die häufig gemacht wird, ist allerdings unzulässig. (No offense, aber es sollte angemerkt werden.)

  • ...


    Mich hat einfach nur gewundert, dass es 4-5 Monate prima war mit den 12 mg und mir dann auf einmal was gefehlt hat.
    Ich werde aber jetzt mal schauen wieviel ich am Tag wegmache.

    ...

    vielleicht denkst du mal darüber nach ob es möglicherweise sein kann das du einfach nur mehr Nikotin brauchst.

    Veränderte Lebensumstände können dafür der Auslöser sein.

    PS: Alles nur Gedanken die ich freiwillig zu bedenken - verschenke :) Ω Ø⚜

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