Morgenstille´s pseudophilosophisches Tagebuch

  • Ich will hier mal meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Dampfen und der Welt darum herum teilen, wie alles dazu kam etc.

    Da mein "Einstieg" in die Dampfwelt sehr lange zurück liegt hoffe ich, dass ich das alles chronologisch noch irgendwie auf die Reihe bringe.


    Ich habe damals relativ früh mit dem Rauchen angefangen, zu meiner Zeit war das noch ab 16 legal. Ich habe ja schon mitbekommen, dass alle, die ich bisher kennen gelernt habe auch aktive Raucher waren. Ich erspare mir jetzt den Exkurs über Gruppenzwang und Coolness einfach mal, da wir ja schließlich nicht rational überlegt haben Raucher zu werden.

    Ich meine keiner von uns hat sich gedacht:

    • karzogene Stoffe
    • ein Nervengift, dass sehr schnell abhängig macht
    • großer finanzieller Verlust
    • einbußen an Gesundheit und Lebensqualität
    • andauernde leichte Rauchvergiftung

    Das klingt richtig geil - das mache ich!!!

    Dennoch haben wir aus dem einen oder anderen Grund diese Entscheidung gefällt und sind zu Rauchern geworden.

    Es war einfach so und es ist gut, dass es mittlerweile Vergangenheit ist.


    Ich kann mich noch verdammt gut daran erinnern als ich das erste Mal eine Dampfe gesehen habe. Das war im herbst 2013 als bei uns im Haus Fensterbauer die Fenster von Holz gegen Kunststofffenster getauscht haben. Der eine hatte eine E-Zigarette dabei und das hat irgendwie mein Interesse geweckt. Ich habe mich ein wenig mit ihm darüber unterhalten und er meinte, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat aber er damit nicht glücklich war, weil irgendwas gefehlt hat. Er war auch emotional recht unausgeglichen bis er die E-Zigarette entdeckt hatte. Damals waren das ja alles noch recht einfache Modelle wenn ich mich recht entsinne aber er hatte schon etwas, das wesentlich moderner wirkte. Ich war nach ein paar Argumenten eigentlich schon ziemlich angefixt und wusste dass das mein "Heilmittel" sein müsse. Ich hatte bis dahin schon einige Versuche hinter mir mit dem Rauchen auf zu hören. Das ging von "Ich rauche jeden Tag eine weniger" bis zu "kaltem Entzug" und das mit mehreren Anläufen. Es hat einfach nichts geholfen. Also los meine erste Kugelschreiber-Dampfe geholt. Die ersten paar Züge haben mich echt weggebügelt und ich musste ganz massiv husten. Ich habe es aber weiterhin probiert - erst mit normalen "Verbrennern" nebenher weil ich irgendwie kein richtiges Liquid fand, dass mich vollends befriedigt hat. Also kam nach ein paar Tage dampfen am Morgen wieder der Griff zur Tabakzigarette zum Kaffee - eine ganz miese Verknüpfung in meinem Kopf. Ich hatte da mehr als 3 Tage nur gedampft und musste mich direkt nachdem ich aufgeraucht hatte erst mal hinsetzen weil mir regelrecht schwindlig wurde. Irrsinnigerweise fand ich das zu dem Zeitpunkt richtig gut und die Dampfe geriet im Stellenwert auf Platz 2....

    Ich habe mir auch wirklich einreden lassen, dass Dampfen ja auch mindestens genauso schädlich ist oder sein kann wie das eigentliche Rauchen. Ich habe mich zu dem Zeitpunkt auch nicht wirklich um Fakten bemüht, da wirklich wenig zu recherchieren war und was ich gelesen habe war eigentlich eher entmutigend als ermutigend vom Rauchen aufs Dampfen zu wechseln. Klar habe ich mich für die Inhaltsstoffe vom Dampf interessiert aber ich bin da geistig in eine Falle getappt die ich mir selbst gestellt habe. Ich bin ja kein Chemiker und weiß nicht wie die Stoffe miteinander reagieren oder was sie mit meinem Körper machen. Klar - von der Tabakzigarette wusste ich das es Gift ist und das war wiederum in Ordnung... absolut behämmerter Gedankengang, der mir eigentlich da schon klar war und ich dann doch noch mehr zum Dampfen wollte. Aber es hat einfach nicht geklappt...

    Zum einen waren es die Dampfen, die ich damals auf Arbeit geschrottet habe oder dass ständig irgendwas gesifft hat oder nach ein paar Zügen schon verkokelt war. Ständig wieder Geld hinblättern für Coils, Dampfen und keine Ahnung was... das war irgendwie ein unberechenbarer finfanzieller Faktor und gegen Zigaretten hoch gerechnet war das einfach zu viel, zumalen ich grenznah wohnte und die Zigaretten in Tschechien damals "günstig" zu haben waren. Durch diese ganzen Mängel verlor ich irgendwie die Lust am Dampfen und dennoch habe ich mir zwischendrin immer mal wieder ein Gerät geholt über die Jahre, aber wirklich mehr als Staubfänger wurden daraus nicht. Aus besagten Gründen wie Siffen etc.

    Dann bin ich auf Youtube irgendwann 2018/2019 mal über ein paar "Dampfervideos" gestolpert und so geile Hardware gesehen, wo ich dachte, die kann halten was sie verspricht. Ein paar Videos geguckt und ein bisschen hin und her überlegt... ein neues Gerät gekauft und siehe da - kein Vergleich mehr zu damals, aber irgendetwas fehlte dennoch... es fehlte diesmal etwas anders...


    Mehr dazu aber im nächsten Beitrag, den ich hoffentlich morgen schreiben werde.

  • Die Liquids die ich rief


    Oder auch mein zweiter Anlauf zum Dampfen...

    Ich war immer noch davon überzeugt, dass das mein Weg sein wird und sein muss, wenn man mich nicht mit der Zigarette zwischen den Fingern unter die Erde bringen will. Um an meinen vorherigen Beitrag anzuknüpfen ergab sich für mich ein neues Problem. Die ewige Suche nach dem richtigen Liquid. Eigentlich dachte ich mir, dass ich in meinem Alter doch schon etwas reifer bin und nicht mehr so einfach auf Gewohnheiten rein falle, aber dem war hier doch weit gefehlt. Ich war der Annahme, dass es wie beim abfackeln von Tabak ist - das schmeckt so, es schmeckt immer so, es ist jeden Tag das Gleiche also muss ich auch ein Liquid finden, dass ich jetzt die nächsten 20 Jahre dampfen werde - und auch nur das Eine. Aber das hat nicht funktioniert und wird auch künftig für mich definitv nicht funktionieren. Ich weiß nicht wie es da bei anderen ist - die Geschmäcker sind ja verschieden. Am Anfang war das beinahe wie eine Bipolare Störung - Fruchtig ist ne richtig tolle Sache, aber jetzt gerade doch irgendwie nicht... hmm... naja halt eben mal wieder bissel Tabak abgefackelt mit dem Effekt das die Dampfe gar nicht mehr geschmeckt hat. So wieder an der Liquidwand im Dampfshop unter nichtssagenden Namen rumgesucht und sich "beraten" (sich einen Geschmack beraten lassen ist halt schon schwer irgendwie ^^) lassen. Die Ergebnisse waren mehr oder weniger zufriedenstellend. Ich habe glaube ich gut 1,5 Jahre zugebracht als sogenannter "Dual User" - also immer mal dampfen und dann halt die elenden Kippen mit rein. Es wurde mal besser, mal wurde es schlechter. Aber alles in allem wurden die Kippen weniger und das hat mich weiterhin motiviert.


    Ich habe mit der Zeit und ewigen rumprobieren gelernt, dass ich in verschiedenen Situationen verschiedene Geschmäcker brauche. Ganz brachialer Knackpunkt war morgens eben der Ersatz von der Kippe für den Kaffee. Das war sozusagen mein Erzfeind, den es zu bezwingen galt. Ich habe echt lange gebraucht bis ich das ausloten konnte. Irgendwann stand für mich nicht mehr die Frage "Was will ich dampfen?" sondern "Was für ein Geschmackstyp bin ich?" im Vordergrund - mag jetzt vielleicht jedem einleuchten der das liest, aber für mich war das damals nicht der Fall und ich stand wirklich da wie "der Ochse vor dem Berg". Ich bin jemand der starke und herbe Aromen mag, schwarzer Kaffee ohne alles, würziges/scharfes Essen - also nicht süßes, bin ja selbst süß genug. Da mag meine Blaubeere zum dampfen am Anfang ganz witzig gewesen sein, weil ich auch die beerigen Sachen mag, aber mit Kaffee kann ne Blaubeere auf meiner Zunge nicht mithalten. Da musste dann was herbes her, Tabak und vollgas DL was die Coil hergab. Und als ich den Punkt hatte war es wesentlich einfacher. Die Zigarette wurde zunehmend unwichtiger und auch schon eher störend. An deiner Dampfe ziehst du mal und gut ist, stellst sie wieder auf die Seite ohne dass du sie ständig halten musst oder sie irgendwann "verbrannt" ist und du sie ausdrücken musst. Am Anfang war ich noch ziemlich stark auf Tabak fixiert, aber mittlerweile gehen da auch andere Dinge. Nach defitgem Essen oder zum Kaffe immer noch vollgas Tabakarome reinföhnen oder aktuell gerade auch herbe nussige Sachen und am Abend auch gerne mal was beeriges oder fruchtiges, wie eben die kleine Nascherei die man sich Abends gerne mal gönnt, aber eben nichts für Tagsüber. Man hat nicht mehr diesen einen "Nichtgeschmack" von der Pyro den man kannte, sondern kann wählen was jetzt den passt. Ich habe für mich da wirklich eine riesige Entwicklung durchgemacht und gerade der Geschmack war eine lange Reise. Aber aus dem Zwang zu rauchen, wurde der Genuss zu dampfen. Ich muss sagen, ich bin wirklich schon stolz auf mich, dass ich den Weg soweit geschafft habe. Ich finde es ein wenig schade, dass ich das nicht schon früher soweit gebracht habe aber hey - Fortschritt zählt.


    Ich habe hier im Forum von vielen Leuten guten und viel Input erhalten. Aber macht euch darauf gefasst, dass ich die selben Fragen noch ein paar Mal stellen werde weil es wohl mehr Input war als ich mir in der Zeit merken konnte ^^

    Auf jeden Fall danke an euch alle, dass ihr mir weiter geholfen habt mit Tipps zum Selbstwicklern, Akkuträgern, Akkus, Aromen und Liquids - eben was so dazu gehört. Es mag für euch vielleicht nur eine banale Info gewesen sein aber mich hat das schon gut weiter gebracht.

  • Mischen, Mischen, Mischen....


    Anfangs war ich viel beim nächst gelegenen Dampfshop unterwegs und habe dort diverse Liquids ausprobiert die mir zusagen könnten aber ich war mit den wenigsten wirklich zufrieden und ein wirkliches Allday habe ich auch nicht so wirklich hinbekommen damit ausser diverse Tabak-Aromen. Das war immer so eine Rotation aus 3-4 verschiedenen Liquids. Blaubeere, Vanille, Tabak und ganz wichtig - nochmal Tabak. Da war ich hauptsächlich in der Dash-One Reihe unterwegs gewesen. Aber Blaubeere und Vanille sind relativ schnell weg gebrochen weil es teilweise einfach nicht geschmeckt hat.

    Ich war ja auch immer ein bisschen vorsichtig gewesen und hatte immer eine flasche Tabak-Liquid quasi als "Fallback" oder "Failsafe" zu Hause oder unterwegs dabei weil ich echt Panik hatte, dass ich rückfällig werde wenn ich den Geschmack nicht mehr habe - gerade frühs zum Kaffee. Aber der Fall trat gott sei dank nie ein und jetzt fühle ich mich auch innerlich soweit sicher und gefestigt, dass ich keine Angst mehr habe rückfällig zu werden. Und das hat mein Dampfspektrum schon gewaltig erweitert was mögliche Liquids angeht.

    Da sich meine Geschmacksnerven langsam aus ihrem Raucher-Zwangskoma erhoben hatten kam der nächste Hammer für mich. Das schmeckt nicht mehr, das schmeckt nicht mehr...

    Also ging das ganze Spektakel von vorne los. Das war aber auf der einen Seite ganz angenehm, da ich auf einmal Sachen dampfen konnte, die vorher niemals im Leben funktioniert hätten.

    Ich habe da viel rum probiert und es waren auch einige Griffe ins Klo mit dabei, aber die braucht man eben um die eigenen Geschmäcker fürs Dampfen kennen zu lernen. Es kam unter anderem eine Mango mit dazu, die ich sehr gerne MTL dampfe und einer meiner bereits verworfenen Klassiker kam auch wieder dazu - Vanille. Ich hätte echt nicht gedacht dass mir die nochmal schmeckt, da die zu "Dual-User-Zeiten" doch sehr chemisch und flach geschmeckt hat. Da habe ich mir die 60ml aus dem Fläschchen wirklich reingewürgt, nur damit nichts verschwendet wird. Mittlerweile geht die runter wie Butter und schmeckt weder chemisch noch flach und das "nur" weil ich jetzt reiner Dampfer bin.

    Mit der Zeit kamen dann auch andere Geschmäcker dazu, die ich ganz gut fand und immer wieder gerne dampfe. Aber an einigen Sachen hat mich immer wieder was gestört. Das Liquid war toll aber da ist Coolada (Koolada?) dabei. Also ähnliches Gesucht aber das war wieder zu cremig...

    Hier im Forum bin ich dann wieder eher zum "Selbst-Mischen" gekommen, bzw. es hat mich ein wenig ermutigt was ich gelesen habe. Ich hatte damals schon diverse Versuche, gerade mit Avoira, aber das hat nie so wirklich nach dem geschmeckt was drauf stand oder was ich mir erhofft habe.

    Meine Rezepte waren dann meistens so aufgebaut: 5-7% von Aroma mit 50ml Base mischen und unter gleichmäßigem Rühren in den Abfluss kippen. Deswegen bin ich damals davon weg und bin zu den Shortfills übergegangen.

    Hier im Forum habe ich dann aber diverse Hersteller in Erfahrung bringen können und habe mich nochmal dran versucht, gerade auch wegen den geistigen Durchfall von Herrn Scholz und Co. Mein erster Versuch war gleich ein absoluter Volltreffer für meinen Geschmack, aber bei den folgenden waren, wie zu erwarten war, natürlich auch Fehlschläge mit dabei. Klar bin ich auch hier noch am Anfang aber alles in allem bin ich auch hier weiter gewachsen und voran gekommen. Mal wenige ml Aroma und Base opfern zum testen ist halt für den Geldbeutel auch besser als mal 60ml oder 120ml Liquid zu kaufen mit der Gefahr das es nicht schmeckt.


    Natürlich ist da auch noch das Equipment von nöten. Ich habe am Anfang mit ner Spritze und einer Pipette, Aromen aus den Fläschchen gezogen, die Spritze und Pipette dann wieder gereinigt und das selbe Spiel dann bei den nächsten Aromen. Also sehr sehr Zeitaufwendig und umständlich wenn man sich seine Aromen geschmacklich nicht kontaminieren möchte. Ich wollte mir zum Testen nicht gleich 100ml oder mehr anmischen deswegen bin ich dann sehr schnell zu einer Feinwage übergegangen und das war eine der besten Investitionen, die man in dem Bereich machen kann wenn man kleinere Gebinde anmischen möchte.

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