Akkus verheiraten?

  • Was soll eigentlich der Vorteil sein Akkus zu verheiraten? Ich höre und lese das Argument seit ungefähr 8 Jahren und höre und lese auch immer wieder Zustimmung von verschiedenen Seiten ohne das irgendeiner mal den Grund dafür erfahren will. Wie man aus meiner Fragestellung vielleicht erahnen kann habe ich selbst noch nie Akkus "verheiratet" (ich hab hier 8 Akkus die ich für den PWM Mod benutze, 4 im Mod selber und 4 in 'ner Box in einer Schublade). Ich kann mir vorstellen das es in der Theorie einen guten Grund für das "verheiraten" gibt, in der Praxis habe ich aber in all den Jahren keinen Grund dafür gefunden nur "verheiratete" Akkus zu benutzen (in 9 Jahren ist schlicht nichts passiert, gar nichts).

  • Ich füge hier einmal nur ein Zitat von Wolke 101 ein:


    Dies ist wichtig weil bei ungleichen Spannungen und paralleler Anordnung Ausgleichsströme zwischen den Akkus fließen. Der Akku der eine höhere Spannung hat „füttert“ den Akku mit der geringeren Spannung. Der Strom der dabei fließt kann sehr hoch sein, viel höher als die Stromstärke mit der der Akku geladen werden darf. Dann geht der Akku kaputt und kann ausgasen


    Quelle:

    https://www.wolke101.de/akku-parallel-seriell/

  • Sparks

    Sicher sollte man das mit dem verheiraten auch nicht überbewerten, aber ist eben schonender für die Akkus.

    Ich denke auch, das es immer weniger relevant wird, je bessere Elektronik ein AT hat. Wenn da ein Balancer und "Pipapo" drin ist, wo die einzelnen Akkus "überwacht" werden, ist das eher weniger wichtig, ein billigchip mit recht einfacher Verdrahtung und billigen Kontakten wird da eher die Akkus auslutschen. So ganz pauschal kann man das sicher nicht sagen, aber so ganz abweisen auch nicht. Also verheirate ich meine einfach, ist ja kein besonderer Aufwand, weiß, ich bin damit etwas mehr auf der "besseren" Seite und vergess das ansonsten.

    Zumindest feiern meine Akkus keinen Hochzeitstag :D

  • Da schließe ich mich Zuma uneingeschränkt an. Muss nix passieren und mit voranschreitender Technik sowohl bzgl Akkus und Chips wird die Wahrscheinlichkeit sehr viel geringer.

    Mein Mentor und gleichzeitig Elektrotechniker riet mir von Beginn an dazu. Da hör ich dann einfach darauf, auf Wolke 101 und Mooch, etc.

    Tut mir nicht weh und ich fühl mich besser, bin vllt sicherer unterwegs.

  • Parallelschaltung und Ausgleichsstrom hat Nifiz ja schon treffend beschrieben. :emojiSmiley-106:


    In serieller Schaltung kann es bei unterschiedlich gealterten Akkus zu Problemen (Gefahr der Tiefenentladung) kommen, wenn man sie an der Belastungsgrenze betreibt oder ganz leer zieht.


    Fiktives (Extrem-)beispiel:

    Der Akkuträger schaltet bei 5,4V ab. Das wären bei gleichen Akkus 2,7 V. Alles noch im grünen Bereich.

    Hätte man jetzt zwei deutlich unterschiedliche Akkus, könnten die einzelnen Spannungen z.B. bei Abschaltung bei 3,1 V und 2,3 V liegen. Sind zwar auch zusammen 5,4 V, aber ein Akku läge halt unterhalb der zulässigen Mindestspannung von 2,5 V. Alles darunter schädigt den Akku irreparabel und erhöht die Gefahr des Ausgasens drastisch.


    Ähnlich verhält es sich bei sehr hohen Leistungen, wenn die Spannung des schwächeren Akkus unter Last ebenfalls unter die 2,5 V gedrückt wird, während der gute fröhlich den Schnitt anhebt.


    Ich weiß nicht wie gut die Balancer in den einzelnen Geräten sind, aber mir wäre die Region um die Hosentasche zu wichtig um irgendeiner Elektronik zu vertrauen. :emojiSmiley-28:


    Und mechanisch muss man natürlich eh selbst die Kontrolle übernehmen. :emojiSmiley-06:

  • Die Gefahr des Ausgasens ist geringer als so manche Leute einem glauben machen wollen (diejenigen die am lautesten davor warnen haben meist in ihrem ganzen Leben noch keinen ausgasenden Akku selbst erlebt).


    Ich habe in 9 Jahren so manchen Akku "gefoltert" (also weit außerhalb der Spezifikationen benutzt), was in den Anfangsjahren gar nicht anders möglich war, weil es noch keine Hochstromakkus gab (ist immer lustig wenn man einfach mal fragt was die Leute glauben was zuerst da war: das Subohmdampfen oder die Hochstromakkus. Das sorgt immer für entsetzte Gesichter wenn man denen mitteilt das es mitnichten so war das manche Dampfer mit dem Subohmdampfen angefangen haben weil es die entsprechenden Akkus gab. Es war genau anders rum xD) Als der Pinoy-Style 2013 aus den Philippinen zu uns rüberschwappte da waren 20A so ziemlich das höchste der Gefühle (es gab zwar schon Konions, aber die waren damals noch ziemlich teuer und nicht weit verbreitet) und in der Zeit hab ich so manchen Akku brutal "missbraucht", teilweise tiefentladen (bis auf knapp 2V) und einfach vorsichtig wieder geladen und danach wieder zum dampfen benutzt xD


    War das ungefährlich? Nein, absolut nicht. Das Risiko das etwas passieren könnte war durchaus gegeben, aber es ist einfach nichts passiert. Nicht bei mir und auch nicht bei anderen (soweit ich das weiß). Heutzutage wäre ein solches Verhalten natürlich unverantwortlich, vorallem da wir Akkus haben die sowas aushalten können und die so billig sind das man sich mit Leichtigkeit neue besorgen kann (Also liebe Kinder, macht das nicht nach. Der Onkel hat das damals gemacht weil es nicht anders ging ;) ).

    Einmal editiert, zuletzt von Sparks () aus folgendem Grund: Hab mich missverständlich ausgedrückt.

  • Danke Sparks für diese schöne Ausführung und den Überblick über die Geschichte des Pinoy, etc.

    Du bist ja absoluter Veteran und weißt was es zu beachten und wie zu reagieren gilt.

    So hatte ich dich ja auch verstanden, nur wollte ich einfach mal darauf hinweisen, dass

    man eine gewisse Vorsicht walten lässt, eine Sensibilität dafür entwickelt und darauf achtet, Risiken zu minimieren. Wir haben ja heute durch eure Pionierarbeit das Wissen und die Möglichkeiten.

    (Auch für externe Mitleser)



    Edit: I’m sry, dieses offtopic losgetreten zu haben! In den Akkubereich verschieben möglich? :saint:

  • Hab es mal aus dem Titanthread rausgelöst.


    Persönlich bin ich der Ansicht, dass man nicht genug Vorsicht im Umgang mit Li ion-Akkus anmahnen kann.

    Auch wenn ich selbst noch kein Ausgasen - oder korrekt Thermal Runaway - erlebt habe. Ich habe es auch nicht vor... :emojiSmiley-41:

    Manchmal ertappe ich mich ja selbst bei Nachlässigkeit. :emojiSmiley-17:


    Sicherlich passieren die meisten Unfälle durch einen äußeren Kurzschluss - Akku mit Schlüsselbund in der Hosentasche, defekte Schrumpfschläuche, Metallspäne im Mechmod, etc.

    Dennoch sollte man die Gefahr eines internen Kurzschlusses in meinen Augen vermeiden, weil man eben nicht in den Akku reinschauen kann.


    Klar kann man einem fabrikneuen(!) Akku mehr zumuten als auf den Datenblättern steht.

    Zum 25R gab es mal eine schönes Messblatt mit 5 sek Pulsbelastungen bei 60A, die er problemlos weggesteckt hat. Interessant wäre eine Vergleichsmessung mit einem gewesen der 200 knackige Ladezyklen hinter sich hat.


    Nur kurz zum Tiefenentladen - also Unterschreiten der zulässigen Entladeschlussspannung, die bei unseren Akkus gewöhnlich bei rund 2,5 V liegt.
    Dabei ist auch egal ob das unter Last oder im Ruhezustand ist.
    - Die Elektrolytflüssigkeit zersetzt sich bei Tiefentladung.

    - Wird der tiefentladene Akku geladen, kann durch fehlende Elektrolytflüssigkeit die zugeführte Energie chemische nicht mehr gespeichert werden und wird in Wärme umgesetzt.- Aus dem Kupferblech der Anoden lösen sich Ionen.

    - Gelöste Kupfer-Ionen setzen sich auf dem Graphit der Anode ab und bilden dabei nadelförmige Strukturen, die bei ausreichender Länge die Separatorfolie durchstechen und einen internen Kurzschluss auslösen können.


    Das ist alles ein schleichender Prozess, den man äußerlich nicht sieht und entsprechend auch nicht weiß, ob der Akku noch fröhlich weiterwerkelt oder doch irgendwann den Point of no Return erreicht: Bei einer Erwärmung auf 600° im Inneren der Zelle die Reaktion nicht mehr aufzuhalten.


    Deshalb auch immer mein dringliches Anraten: Wenn der Akku beim Laden heiß wird, gehört er in die Tonne!


    Sorry - hatte jetzt nur noch indirekt mit dem Verheiraten zu tun. :emojiSmiley-111:

    (Ist ja auch nur ein kleines Bausteinchen im sicheren Umgang mit unseren Akkus.)


    Wenn ich allerdings so sehe, was einige im Bekanntenkreis so getrieben haben, musste ich das loswerden.

    Z.B. auf 1,6 V entladene Akkus fröhlich laden und weiter mit 20+ A belasten oder einen Panasonic NCR18650B mit über 15 A zu befeuern...


    Mir persönlich ist die Akkusicherheit sehr wichtig und ich freue mich, dass wenig passiert.

    Explodierende E-Zigaretten in den Medien wären für unser Image gerade ganz schlecht. :emojiSmiley-04:

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