Da bin ich wieder

  • War jetzt für eine Woche abwesend, meinem Freund geht's etwas besser, er hat den Alk jetzt seit einer Woche die Kälte Schulter gezeigt, jetzt bin ich bis Sonntag zuhause und muss noch einiges an Arbeit erledigen, dann fahr ich Sonntag wieder zu ihm und mache mit ihm seinen Bulli fertig.

    Seine Tochter leidet unter Angstzustände und Verfolgungswahn, das hat ihn sehr mit genommen, klar er hat Jahre lang getrunken, weil er mit seinem Umfeld(Falsche Freunde, Frau weg, Kind in der Psychiatrie) das hat dazu bei getragen, daß er nur noch gesoffen hat und sich zu nichts mehr hinreißen lassen hat, ich habe ihm klar gemacht, wenn er soweiter macht, er nicht mehr lange zu leben hat und noch viel mehr kaputt geht, aber ich habe ihm auch gesagt, das ich hinter ihm stehen werde und ihm helfe das durch zu stehen

  • Überrede deinen Freund eine Suchtklinik aufzusuchen und sich dort stationär behandeln zu lassen, er benötigt höchstwahrscheinlich psychologische Hilfe.

    Selbst wenn er von nun an auf Alkohol verzichten würde, wird er dennoch bei den Schicksalschlägen therapheutische Unterstützung benötigen.


    Ich bin seit einigen Wochen selber in Behandlung.

  • Unbedingt, da geb ich DEATHROW recht.

    Wenn er gerade dabei ist und Hilfe annehmen kann, dann gleich Nägel mit Köpfen machen.

    Man muss nicht und kann meistens auch nicht, so etwas alleine bewältigen.

    Aber natürlich super, so einen Freund zu haben. Den das dann auch entlastet ;)

    Und der dann auch erhalten bleibt.

  • Ich will nicht negativ klingen, aber es ist durchaus "normal", auch mal Tage oder Wochen auf Alkohol zu verzichten, ohne dass man das Problem wirklich angegangen ist.

    Im Gegenteil, oft ist das sogar eine Legitimation dafür, weiterzutrinken, den man kann ja aufhören.

    Nebelfee bei Dir in der Nähe gibt es doch mehrere Suchtkliniken. Die sind relativ gut für eine Therapie nach einer Entgiftung, die man m. E. tendenzentiell auch eher im Krankenhaus oder ggf. in einer psychiatrischen Klinik machen kann/sollte.

    Dir natürlich alles Gute

  • Ich will nicht negativ klingen, ...

    Ich habe eine Alkoholikerkarriere 35 Jahre lang begleitet. Davon drei Jahre direkt und die restliche Zeit indirekt aus der Distanz. Ich kenne alle Tricks und Verstecke. Wenn ein trockener Alkoholiker plötzlich Kaugummi kaut (gegen die Alkoholfahne), täglich fünf mal in den Briefkasten schaut (da steht der Flachmann drin) und aus der Toilettenspülung immer weniger Wasser heraus kommt (da ist noch ein Flachmann drin und das Leergut) ... dann ist er nicht mehr trocken. Alkoholiker sind nicht die, die besoffen vom Tresenhocker kippen. Alkoholiker leben unauffällig und sind ein Teil der Leitungsgesellschaft. Die Alkoholikerin die ich begleitet hatte war Statikerin in einer großen Baufirma. Ihr Frühstück bestand aus einer halben Flasche Vodka (für den Pegel) und zwei Kaptagon (zum wach werden).


    Die Suchtarten sind sehr unterschiedlich - der Quartalstrinker, der Pegeltrinker und im Extremfall der Postbote, der jeden Tag von einer Frau im Dorf einen Pinnchen Korn bekam und sonst nichts getrunken hatte aber an seinen ersten Rententag eine Stunde nach dem das Pinnchen Schnaps nicht kam, ins Delirium gefallen ist. Alkoholiker brauchen Hilfe aber man muss aufpassen das der Helfende nicht zum Coalkoholiker wird.

  • Mit Sucht bzw. deren Bekämpfung hab ich einiges an Erfahrung, weshalb ich behaupte, das den Stoff weglassen der einfachste Schritt ist und der schwerste, das dann jeden weiteren Tag zu tun. Da kann ein guter Freund natürlich sehr wichtig und hilfreich sein, auch vor, während und nach einer Therapie. Aber als Freund sollte man immer auch die eigenen Grenzen erkennen und eben professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Den Weg mitgehen, aber nicht den Weg abnehmen. Alkohol ist schlimmer und gefährlicher wie die meisten illegalen Drogen, denn es gibt ihn überall rund um die Uhr verfügbar. Co-abhängigkeit ist eine große Gefahr für den Helfenden, da muss man schon sehr aufpassen.

    Am wichtigsten ist aber, das der Süchtige selber da raus will, sonst kann man sich sämtliche Hilfsangebote gleich sparen - hier lautet dann das Stichwort "Hilfe durch Nichthilfe" (das meint nicht das fallen lassen der Person). Gerade wenn der körperliche Teil bewältigt ist, beginnt die eigentliche Arbeit am Suchtproblem. Dies hat immer auch Ursachen, die in der Psyche eines Menschen vergraben liegen. Dinge wie Frau weg, Kind in Psychiatrie usw. sind nur Auslöser, das eigentliche Problem steckt immer tiefer. Um da ran zu kommen, bedarf es geschulter Hilfe, das kann man als Freund nicht leisten. Oft ist sogar gerade das vertraute ein Hindernis, ein "fremder" mit enstprechender Ausbildung kann sehr oft einfach besser an diese tiefen Probleme gelangen und sie dann auch im besten Fall lösen bzw. den Weg zur Lösung zeigen. Aber nochmal: Egal, wer wie was hilft, gehen muss den Weg immer der Betroffene selbst. Sonst wird das nix.

    Lohnt aber immer, man kommt da am Ende immer stärker raus, als man rein ging ;)

    Finde aber sehr gut, das du zu ihm stehst. Hilf ihm, den Weg zu Fachleuten zu finden. Und wenn der erste nicht passt, dann eben den nächsten suchen. Viel Glück.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden