Bastel-Brainstorming

  • Vorweg: Falls das Thema/der Thread hier nicht passt, einfach verschieben. Ich weiß echt nicht, wohin/worein ich den schreiben soll :vogelzeigen1:


    Das ist nur ein 1. Versuch. Weil die Aegis keine ebene Fläche besitzt, sondern so einen "ergonomischen" Knubbel in der Mitte, reißt das dünne Furnier oben oder unten. Dagegen muss ich mir etwas einfallen lassen. Hat wer eventuell irgendwelche Ideen?



    Ein paar Tage lass ichꞌs so, um zu schauen, wie sich der Riss entwickelt und wie sich das Furnier generell am Griff verhält, ist es doch die größte Verschleiß-Stelle. Trotz Riss fühlt es sich aber jetzt schon sensationell gut an! :-)


    Möglichkeiten, die mir im Kopf herumspuken:


    1. Verhält sich das Furnier anders, wenn es auf der Fläche komplett verklebt wird? Das gummiartige Material des Untergrunds der Aegis bleibt aber trotzdem flexibel, daher bin ich nicht sicher, ob ein Verkleben prinzipiell einen Unterschied machen würde.

    2. Sollte ich vielleicht das Furnier vorher nass machen?

    3. Oder vorher einölen?

    4. Könnte ich die Fläche ausgleichen und eben mit dem Knubbel gestalten - also quasi eine ebene Tube daraus machen - und wenn, dann wie und womit?

    5. Würde sich dickeres Furnier anders verhalten? Oder würden sich dieselben Spannungen bzw. Verwerfungen bilden, es nur etwas länger dauern, eh sie zu sehen sind?


    Fragen an Bastler und Natur-Genies sozusagen. Oder Bastel-Brainstorming :thumbup::)

  • Ich weiß jetzt nicht genau wie dick eso ein funier ist aber ich würde es mit etwas dünneren Material versuchen oder es wie du schon sagst befeuchten damit es flexibler wird.

    Oder mit Harz die "Unebenheiten" auffüllen, aber ob dann noch genug Platz für ein funier ist, ist fraglich.

    "Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue fade Erträglichkeit sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig weh und elend, dass ich die verrostete Dankbarkeitsleier dem schläfrigen Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeiße und lieber einen recht teuflischen Schmerz in mir brennen fühle als diese bekömmliche Zimmertemperatur."
    Hermann Hesse

    Vorlage für Akkuträger

    Liquidvorlage

  • Huch, hatte ich ganz vergessen, zu erwähnen. Das Furnier ist dünn wie Papier, 0,2 mm nur. Platz ist also noch ohne Ende, ich glaube, das Original-Kunstleder der Aegis hat 0,4 mm Stärke (habe ich das mal irgendwo gelesen? Keine Ahnung, wie ich auf die Zahl komme. Es ist auf jeden Fall "mächtig" dicker.


    Ansonsten schon mal vielen Dank für deine Ideen MoonRockS. Immer her damit, alles rein in den Ideen-Pool :-)

  • Spannendes Bastelprojekt! :thumbsup01:
    Da hätte ich mich gerade wegen dieser dreidimensionalen Verformung nie rangetraut.

    Der ideale Weg wäre mit heißem Wasserdampf befeuchten und unter möglichst großem Druck und Hitze in Form pressen. So machen die es zumindest in der Industrie.
    Wie sich das allerdings mit Hausmitteln bewerkstelligen lässt? :emojiSmiley-51:

    Ohne Hitze und Feuchtigkeit würde es vermutlich nach vollständiger Trocknung immer wieder reißen.

    Verkleben würde ich auf jeden Fall vollflächig.


    Für stärkeres Material würde man wahrscheinlich noch mehr Druck benötigen um es in Form zu pressen.


    Hast Du vielleicht einen Link zu dem Furnier? 0,2 mm klingt schon gut. :emojiSmiley-56:
    Falls ich irgendwann mal wieder Bastelzeit finden sollte, wollte ich mal Microwood und Decoflex ausprobieren.


  • Wie sieht denn der "Knubbel" an der Stelle so ganz nackisch aus Monomond ? Könnte man mit der Dremel oder mit Edelstahlwolle diese Rundung etwas bearbeiten?

    Ansonsten wie bereits geschrieben Holzfunier erhitzen, in Form pressen und/oder schwimmend verkleben.

    Da gibt es einen Kleber der nicht komplett aushärtet, sprich gummiartig flexibel bleibt und dennoch alle Materialien bombenfest miteinander verklebt. Wäre das eine Option?

  • Bei Holz geht eigentlich nur Wärme und Wasser, um das dauerhaft zu verformen. Ich denke aber, das du das nicht direkt anwenden kannst, sondern ggf. mit einer Hilfsform arbeiten musst. Wenn du die zerlegt hast, könntest du den AT in eine hart werdende Masse pressen und dann auf den entstandenen Abdruck das Furnier in warmen/heissen Wasser in Form bringen. Das wird ein Weilchen dauern, sollte aber gehen. Wenn das Furnier sich dann in der entsprechenden Form befindet, sollte es einfach zu verkleben sein (doppelseitiges Klebeband).

  • Vielen, vielen Dank für all die Tipps Ich werde sie nächste Tage nacheinander abarbeiten, bis es funktioniert. Dass es funktioniert, daran hege ich gar keinen Zweifel, denn jetzt mit dem Riss fühlt sich der Griff wirklich schon fantastisch an. Wie grobes unbehandeltes Holz. Wer die Holz-Vamo kennt, genau so fühlt es sich an. Einfach nur toll.


    Neben der Aegis werde ich "natürlich" jetzt alles mögliche damit pimpen. Driptips? Aber sicher, das ist die erste von vielen Ideen :-)


    Guybrush Peepwood Hier ist der Link zu Amazon. Nur knapp 23 Euro - für 2 mal 2,5 Meter (!). Es war übrigens gar nicht Februar, sondern April, als ich das Furnierpapier bestellt hatte, hab nachgeschaut, es kam mir nur so elend lange vor. Die momentane Versanddauer ist Mitte/Ende August. Die Post aus England braucht so lange (EU-Schikane?). Versandt wurde meines bereits wenige Tage nach der Bestellung. Das Besondere an diesem Furnier sind eben die 0,2 mm, das ist so hauchdünn, damit wird die Verarbeitung halt auch sehr viel diffiziler, erinnert ein wenig ans Vergolden mit Blattgold. Die Ausführung ist etwas heller als auf dem Amazon-Foto. Wahrscheinlich dunkelt es aber im Laufe der Zeit sowieso nach, erst recht, wenn man es einölt.


    ZumaFx Doppeltes Klebeband war auch eine meiner ersten Ideen. Damit hatte ich zuvor das Leder fixiert. Du wirst lachen, nachdem ich das alte Leder abgezogen hatte, sah ich, dass das Klebeband sich beinahe schon aufgelöst hatte (ich übertreibe). Es schwamm schon auf dem Gummi der Aegis, ich konnte es leicht hin und herschieben. Ob das am Liquid liegt, also am PG, das als Dampf durch jede Lederpore kroch? Eine andere Erklärung finde ich dafür eigentlich nicht, denn diese Dampfe wurde nur innen im Trocknen benutzt und nicht unter dem Wasserhahn abgewischt. Deshalb werde ich das Holz auch nicht einölen oder sonstwie behandeln, denn ich denke, Dampf und Handfett erledigen diesen Job schon ziemlich schnell.


    Dank euch allen für die Ideen, wie gesagt, die nächsten Tage finden hier nun ausführliche Versuchsreihen statt. Bin mächtig gespannt :thumbup::)

  • Um euch Interessierte auf dem Laufenden zu halten:


    Das ist übrigens der Basteltisch :-)



    Beim zweiten Versuch habe ich das Furnier mit Spühkleber auf das Original-Kunstleder geklebt, in dem ich an der dicksten Stelle des Knubbels ein Loch geschnitten und dessen Ränder auf der Holzseite flach geschmirgelt hatte. Dann in Form gebracht und auf die Aegis ebenfalls mit Sprühkleber fixiert. Die Aegis ist ja wasserdicht, also habe ich sie danach erst in heißes Wasser getaucht, bis dass das Holz durch und durch nass war. Dann erst habe ich die Klammer montiert.



    Zuerst schien alles perfekt, doch es gab einen kleinen Knick. Genau an der Stelle, an der vorher der Riss war. Sieht nicht schön aus aber wesentlich besser als vorher. Knick statt Riss. Bad Side und nice Side sozusagen. Das bleibt jetzt erst mal wirklich ein paar Tage so - beobachtungstechnisch. Ist zwar noch nicht trocken aber ich dampf sie schon. Das Holz soll sich früh genug an meine Patschehändchen gewöhnen, finde ich ^^



    ZumaFx Dauert bestimmt noch einige Versuche, eh ich es für mich zufriedenstellend vollendet habe - ob das dann allerdings deinen an Perfektion grenzenden Ansprüchen genügen würde, ist zweifelhaft. Ich habe ja mitbekommen, wie detailliert und perfekt du bastelst, da bin ich meilenweit von entfernt! Echt jetzt.

  • Falls es wieder reist ... das Funier in zwei schichten aufbringen. Die untere quer und die äußere längs. Beide schichten in Wasser kochen. Danach auf den Akkuträger passend legen und mit einer Mullbinge sehr stramm umwickeln. Das ganze auf die Heizung legen und komplett trocknen lassen - 24 Stunden. Verkleben würde ich die untere Schicht mit Shoegoo - das ist ein Kleber mit der die Skater ihre Schuhe kleben. Die zweite Schicht wird mit Ponal verleimt. Das ganze wieder mit einer Mullbinde stramm umwicken und wieder 24 Stunden trocknen lassen.

  • Monomond

    das sieht doch schon sehr gut aus ;) Das würde auch meine Ansprüchen genügen, denn ganz so perfektionistisch bin ich gar nicht.

    Hast du da oben, wo der Knick ist, auch eine kleine Nase ausgeschnitten ? Auf dem AT ist ja da oben wo eine kleine "Führung", bei meinem Versuch mit Folie hab ich genau da oben eine kleine Ecke raus geschnitten und dann passte es .

  • Ich gehe davon aus das die Rundung vorne dahinter nicht hohl ist und an der dicksten Stelle mal vorsichtig Bohren wie dick das Material da ist, die Bohrung sieht man danach ja nicht mehr da sie verdeckt wird. Sollte ausreichend Material vorhanden sein, könnte man das soweit abschleifen das das Furnier nicht mehr reißt, wird nur vom Handgefühl anders da der Knubbel fehlt.

    Vor dem Bohren und schleifen die Platine am besten ausbauen.

  • Es ist eigentlich dasselbe wie alte runzlige Haut hinter Wölbungen des Körpers, wenn sie ihre Elastizität verliert: in den Bereichen, an denen der Umfang des Untergrunds abnimmt, legt sie sich in Falten..


    Die Idee mit dem doppelten Verlegen, finde ich sehr interessant, das probiere ich morgen früh aus Lesitzki :thumbup:


    Das Holz dem Untergrund anzupassen, indem ich einen Mini-Spalt ausnehme, wird mir aber wohl nicht gelingen, ZumaFx, denn es müsste haargenau auf Zehntel oder sogar Hunderstel exakt das Dreieck sein, das durch die Verjüngung vom dicksten Bereich zum dünnsten entsteht. Die kleinste Abweichung würde wieder wie ein Riss aussehen oder wie eine Falte. Es ist ja nichts elastisch und auch nicht zieh- oder dehnbar. Es ist nicht mal so reißfest wie Papier.



    Der Knubbel liegt gar nicht genau in der Mitte, das war mein Irrtum beim Ausschneiden des Lochs. Also werde ich das Loch ein wenig verlängern, dann sollte auch die auf dem Bild noch sichtbare Erhebung verschwinden. Nur der obere und untere Bereich der Klammer verlangt dann noch ein Dünner-Werden (sagt man hier in dem Fall auch "Verjüngung"?). Dagegen gäbe es 2 Möglichkeiten:


    1. Das Holz exakt nur bis zum Klammerrand zu schneiden. Da es aber keine einfache Gerade ist und da je nach Blickwinkel immer von nahem sowieso ein Rand sichtbar wäre, tendiere ich zu


    2. bis zu diesem Rand etwas zu unterfüttern, wie der Zahnarzt sagt, dass gewissermaßen in Übertreibung ausgedrückt eine Stufe entsteht. Dahinter, also unter der Klammer, kann das Holz munter Falten werfen, sie sieht man ja nicht. Ist nur die Frage, ob es am Rand einreißen wird. Wir reden hier aber von zehntel oder weniger Millimeter. Diese Unterfütterung könnte ich mit zwei Lagen doppelseitigem Klebeband genau am Rand der Klammer ausschneiden. Bis unter die Klammer wird wohl nicht funktionieren, da es dann zu dick wird und die Klammer nicht mehr passt, bzw. sie passte schon, nur sie ließe sich dann nicht mehr verschrauben. Schwierig in Worte auszudrücken.


    Naja, morgen früh werde ichꞌs sehen - ja, ich warte wiederum nicht ein paar Tage ab

    Mal schaun …


    Achja, Dampfman Ich bezweifle nicht, dass dein Weg nicht funktionieren würde, doch ich möchte die Wasserdichtheit der Aegis nicht durch Testbohrungen aufs Spiel setzen. Denn, wie ich beim Leder gesehen habe, es sammelt sich PG tatsächlich unter dem Leder an, nicht viel, es ist dort nicht pitschnass, aber an manchen Stellen des Rands spürbar feucht. Bestünde jetzt irgendwo in der Nähe ein Loch, und sei es noch so winzig, kriecht im Laufe der Zeit dort PG-Feuchtigkeit hinein. Vielleicht hätte es keine Auswirkungen auf das Innenleben, so manche Akkuträger sind im Bereich der Elektronik sogar PG-pitschnass (das glaubt man kaum, ist aber so, und man staunt nicht schlecht, wenn man einen alten Akkuträger mal auseinanderbaut), trotzdem bedeutet jede Bohrung eine Beschädigung. Dann würde ichꞌs lieber so faltig belassen, wie es nach dem 2. Versuch war. Trotzdem eine gute Idee!


    Morgen gehtꞌs also zu 3. Versuch. Später dann, ich muss morgen länger arbeiten :-( :-)

  • Ich kenne das Furnier ja nicht und auf den Bildern lässt sich das schlecht beurteilen, ich kann nur von meinem Experiment mit einer recht "steifen" Folie erzählen. Oben am AT ist ja diese kleine Nase, wenn man den nötigen Keil im Furnier etwas größer macht, sieht man es da aber nicht, da die Abdeckung den Bereich nachher verbirgt. Mein erster Versuch war auch ohne diesen Keil und ich hatte genau so eine Falte drin, die dann beim 2ten Versuch nicht mehr da war.

    Unterfüttern wäre sicher auch eine gute Lösung, wenn du das Leder drunter weglässt, hast du doch mehr als nur 10tel Millimeter ? Wenn ich richtig erinnere, war das Leder recht "dick".

    Die Folie bei mir habe ich aber auch auf das Leder geklebt, das lässt sich auch minimal eindrücken, der Rahmen hat bei mir dann trotzdem gepasst und insgesamt hielt das durch den Druck dann besser. Aber den Untergrund ganz gerade machen ist natürlich auch ne Option, du kriegst das schon hin ;)

    Die Legend ist ja an der Stelle gerade, da ist das sicher deutlich einfacher umzusetzen als mit diesem "Buckel" drin. Ich bin schon am gucken, wo ich so ein kleines Stückchen Furnier (ich hab von der Folie nur wenige cm gebraucht) her kriege, du hast mich da animiert/inspiriert :)

    Bring mich an den Rand des Wahnsinns - von da weiß ich den Weg nach Hause :midi36:

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  • Oder statt mit doppelseitigem Klebeband zu unterfüttern, das Kunstleder in dem Bereich abschneiden - ja, richtig ZumaFx, das würde genauso gehen. Ist vielleicht sogar besser. Genau so werde ichꞌs morgen versuchen :thumbup:


    Beim Keil hingegen bin ich immer noch skeptisch. Würde er nicht das Holz geradezu animieren, im Bereich seines spitzen Endes erst recht einzureißen? Die Idee setze ich also für den 4. Versuch auf die Warte- bzw. Ausprobierliste.


    Hach, bin wieder spät dran. Wie gut, dass mein Arbeitsweg nur 12 bis 15 Minuten lang ist :)

  • Gegen das Einreissen (was ich nicht denke, das es passiert, wenn es plan aufliegt) könnte es helfen, wenn du hinten einen kleinen Streifen Klebeband quer klebst ?

    Bring mich an den Rand des Wahnsinns - von da weiß ich den Weg nach Hause :midi36:

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  • Bin mal gespannt was dann letztendlich das perfekte Ergebnis liefert und bewundere jetzt schon Deine Geduld dabei.:thumbup:

    Ich bin da einfacher gestrickt, bastel aber auch gerne und überlege manchmal zuviel, egal, ich hätte bei Deinem Wunsch, dann eben ohne das Probeloch, ganz einfach den Buckel weggeschliffen und es somit wesentlich einfacher die anderen Vorschläge das Furnier zu biegen, umgesetzt.

    Und wenn sich dann wirklich beim Schleifen herausstellt das dort unter dem Buckel kein Material mehr ist, könnte man weiter schleifen bis alles gerade ist und die Lücken mit Glasfaser wieder schließen, Wege gibt es bestimmt genug.

    Aber egal wie, das wird bestimmt ein toller Handschmeichler mit dem Holz.

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