Music in da House - die Vapoo Big Band

  • Hallo zusammen!


    Ich habe dann hier mal einen Thread aufgemacht. Allerdings bin ich gerade am schuften wie ein Pferd. Und das wohl noch den Rest des Monats. :emojiSmiley-13:


    Aber um mal den Auftakt zu machen:



    Genau da muss ich irgendwie hinkommen. ^^ Wobei das hier kein YT-Video Thread werden soll. Zur Inspiration ist YT natürlich eine gute Quelle. Über kurz oder lang würde ich hier mit euch all die Themen dieser Musik und ihrer Erzeugung besprechen, sollte Interesse vorhanden sein.

  • Also ich hatte jetzt an was komplett anderes bei der Überschrift gedacht. Hatte mich schon gefreut, dass sich hier Musiker zum gemeinsamen musizieren gefunden haben. Das hier sieht eher nach einsamen musizieren aus.

    Dein Video ist zwar auch interessant, vor allem was die junge Dame da an Hardware stehen hat. Kannst ja mal gerne schreiben wofür dieser weiße Kasten mit den tausend Kabeln ist und was ihn z.b. besser oder auch schlechter macht als Software Lösungen.

    Da ich allerdings so musikalisch bin wie ein Holzfass, erwarte nicht, dass ich allzu viel verstehe.


    Allerdings sehe ich des öfteren Videos von Marti Fischer, der Musik verschiedenster Genres nachbaut und es auch erklärt (verstehe davon leider nicht so viel).

    Fande ich teilweise sehr interessant. Schau mal hier:

  • Thomas

    Big Band... ich sah dich schon mit Posaune James Last Songs nachspielen. 🤣


    Sie arbeitet auf jeden Fall mit viel Hardware und hat ein paar schöne Sachen da stehen.


    Der weiße Kasten ethernity ist ein modularer Synthesizer im Eurorack Format. Alle Bestandteile eines Synthesizers und diverse Helferlein, wie Stepsequencer u.a. sind dort vom Musiker als einzelne Module von verschiedenen Herstellern zusammengesetzt und werden für jeden Klang neu per Kabel verbunden (Gepatched). Grenzenlose Freiheit (je nach Geldbeutel) in der Synthese von Klängen.


    Es ist zum Großteil Analog, d.h. die Klänge werden mit Strom erzeugt und das klingt schon recht fett und warm. Ist kaum zu vergleichen mit einem Digitalen Synthesizer und wenn dann höchstens mit Softwaresynthesizern die diesen Aufbau emulieren. Das braucht sehr viel Rechenleistung und kommt klanglich nicht ganz so analog rüber. Mittlerweile aber recht nah ran.


    Der Unterschied ist aber hauptsächlich der direkte haptische Zugriff auf ALLE Parameter der Synthese, die Experimentiermöglichkeit und die Erweiterbarkeit. Ein Sound mit 2 Oszillatoren, kein Problem Bau 2 ein. Ein Sound mit 10 Oszillatoren? Kein Problem, bau 10 Module ein. Modularsysteme (die Großeltern der Keyboards und tragbaren Synthesizer) sind wieder sehr modern, da es durch die Möglichkeiten Platinen selbst zu planen und herzustellen mittlerweile auch für ganz kleine kreative Hersteller möglich ist das in kleiner Serie zu tun. Es gibt eine große Zahl an 1-2 Mann-Unternehmen, die verrückte Module entwickeln.


    Sie wollen aber auch bedient werden. Ohne gepachte Kabel kommt 0 Sound da raus. Presets gibt es nicht. Speichern gibt es nicht (höchstens abfotografieren). Genau das ist aber der Reiz am System. Klänge zu schaffen, die es sonst nicht gibt. Die Musik des Moments. Meist nicht reproduzierbar.


    Darum sind sie sehr beliebt. Es ist im Prinzip ein Musikalischer Experimentierkasten, der je nach Austattung sehr groß und teuer ist, aber auch sehr einzigartig klingt.

  • Ja, der Tisch ist echt cool, aber eigentlich unnötig. ;-)

    Hatte mich schon gefreut, dass sich hier Musiker zum gemeinsamen musizieren gefunden haben

    Na wer weiß was noch passiert. Außerdem ist der Synthi für mich ein Musikinstrument wie jedes andere auch. Hier gelten dieselben Regeln wie für jedes andere Instrument.


    Schade, dass ich gerade mal wieder nur sehr wenig Zeit habe. Aber jede Minute die ich habe versuche ich mich in die Materie weiter einzuarbeiten. Aktuell arbeite ich mit drei Freeware-Synthis:


    Ganz einfach aufgebaut ist der Charlatan. Perfekt, um die Zusammenhänge und Interaktion der einzelnen Komponenten zu verstehen:




    An dem Dexed habe ich mir aber erstmal die Zähne ausgebissen. Das Vorbild ist der Yamaha DX7. Das Konzept ist ein wenig anders, da hier die Synthese additiv ist. Meist ist sie subtraktiv, da man üblicherweise Frequenzen entfernt. Also andere Baustelle, und da ich ja noch am Anfang stehe alles noch etwas kompliziert.




    Mein Lieblings-Synthi ist aber der Tyrell N6:



    Der ist schon etwas komplexer aufgebaut, aber für einen Anfänger schon nach kurzer Zeit durchaus beherrschbar.


    Und wenn es bei Tyrell bei jemandem klingeln sollte: Genau, Tyrell Corp. aus Blade Runner. Beide Filme mag ich sehr gerne und aus irgendeinem Grund ist der Sound bei mir mit diesen Filmen verbunden. Und ich mag beide. Den alten wie auch den neuen.


    Tja. Da musste ich doch gleich mal was zusammen experimentieren...


    Bei diesen Klängen fühlt man direkt, wie Rick Deckard mit seinem Gleiter über die dunstige, dystopische Stadt mit ihren riesigen Werbeflächen Richtung Tyrell Corp. fliegt:




    Dann noch das Thema Sampling. Dafür habe ich mir einen Audio-Receiver gekauft um Klänge aufnehmen und dann später in die Tracks einbauen zu können. Aber wie bei allem ist es auch hier alles gar nicht so einfach. Die Essenz eines Klangs herauszuarbeiten ist eine Wissenschaft für sich. Unter Studiobedingungen wahrscheinlich noch halbwegs machbar, aber im Freien mit diesen ganzen Störgeräuschen sehr schwierig. Das werde ich erstmal nach hinten schieben. Man soll sich ja nicht zu viel vornehmen.


  • Hach ja, mit solchen Software Synthies würde ich auch gerne mal herum spielen. Thomas hast du eine Adresse, wo man solche Freeware Synthies etc. zum Ausprobieren und Kennenlernen finden kann? Außerdem interessiert mich, womit du deine Experimente sequenzierst, gibt's da auch kostenlose Dinger?

    Denn, diese ganzen kommerziellen Sachen (Steinberg, Native Instruments usw.) gehen doch arg ins Geld, wenn man noch in der Findungsphase ist sowieso...

  • schmocke

    Mit den kostenlosen DAWs bin ich nicht up to Date... Ich nutze seit etlichen Jahren Ableton Live und bin sehr zufrieden damit.

    Aber schau mal HIER


    Eine gute Übersicht an kostenlosen Softsynths (VSTI) gibt es HIER! Amazona ist generell eine gute Anlaufstelle neben Delamar.de


    Google gibt auch reichlich an kostenlosem Zeug als Ergebnis. Samples, Instrumente (VSTI) und Effekte (VST). Mit den kostenlosen Sachen kommt man schon erstaunlich weit.

  • schmocke


    Also mit den DAWs kann ich dir nicht großartig weiterhelfen. Ich habe das Ableton Live und ansonsten genau 0 Erfahrung was das angeht. Hier gibt es eine 90 Tage Trial:


    https://www.ableton.com/de/trial/


    Vom Ableton gibt es auch ein Lite, das wird aber eigentlich nur im Bundle mit irgendwelcher Hardware vergeben wird.


    Ansonsten wirst du bestimmt hier bei den Freeware-DAWs fündig:


    https://www.gearnews.de/die-besten-freeware-daws/


    Sie sollten halt VST 2 integrieren können (z.B. virtuelle Synthesizer)


    Von den virtuellen Synthis kann ich dir erstmal den Charlatan empfehlen, weil der schön einfach ist:


    http://www.blaukraut.info/


    Und den Tyrell natürlich:


    https://www.amazona.de/freewar…n6-plugin-vst-au-win-mac/


    Die Basics zu den einzelnen Komponenten wie Oszillatoren, Hüllkurven, Niedrigfrequenzoszillatoren usw usw findest du hier ganz gute Erklärungen:


    https://www.bonedo.de/artikel/…esign-1-oszillatoren.html


    Dort gibt es auch ein gutes Basis-Tutorial zum Tyrell:


    https://www.bonedo.de/artikel/…cht/tyrell-usertipps.html

    https://www.bonedo.de/artikel/…p-synthesizer-basics.html


    Die Seite ist leider nicht sonderlich schnell und manchmal auch nicht erreichbar. Zudem ist sie etwas umständlich aufgebaut und man muss sich die Sachen erst zusammensuchen. Aber prinzipiell ist dort Vieles recht anfängerfreundlich erklärt.


    Eingabegeräte werden erstmal keine benötigt. Obwohl es natürlich mit einem Keyboard weniger umständlich ist ein paar Sounds zu erzeugen. Empfehlen kann ich dir die Keyboards von Arturia. Nicht, dass ich mich großartig auskennen würde, aber von den beiden die ich bisher hatte war das Arturia das mit großem Abstand bessere für nur etwas mehr Geld. Z.B: dieses hier:


    https://www.thomann.de/de/arturia_microlab_black.htm

  • Das Problem bei der DAW-Wahl ist der unterschiedliche Ansatz vieler Programme. Daher empfehle ich möglichst viele auszuprobieren um dann bei Ableton Live zu landen 😉


    Nee, im Ernst, die unterscheiden sich teilweise so massiv im Workflow, dass ein Umstieg nach 1-2 Jahren kein leichter Schritt ist. Im Bereich der elektronischen Musik und auch darüber hinaus ist Ableton Live schon sehr sehr brauchbar, auch in der günstigen Version.

    Ich hab mit Cubase angefangen und dann laaange Logic genutzt bis dieses von Apple gekauft und Apple-Exklusiv wurde. Dann hab ich mich wieder Cubase zugewandt. Durch Zufall bei einem Bekannten dann Ableton ausprobiert und sofort begeistert gewesen.


    Bitwig ist noch ne sehr gute DAW. Am besten mal Demos ausprobieren und sich dann für die jeweilige Einsteigerversion entscheiden.


    Wichtig ist halt die VST2, oder besser VST3 Schnittstelle für Plugins von diversen Anbietern. Dadurch ist das System mit Effekten und Instrumenten erweiterbar. Heute kannst du Reason als Plugin in der DAW öffnen und jedes Instrument auf einen eigenen Kanal routen.


    Einen völlig anderen Zugang bietet Fruity Loops, was sich von nem „Spaßprogramm“ zu einem wirklich guten Sequencer entwickelt hat. Hier ist der Workflow aber ein völlig anderer, da FL eher ein Stepsequencer ist. Aber mittlerweile hat auch er eine Pianoroll usw.


    Das besondere an Ableton ist die Aufhebung der Grenze zwischen Audio und Midi. In Ableton kann man fast genau so mit Audiosamples arbeiten wie mit Midi. Gleichzeitig lädt es sehr zum Jammen ein und man kann live (daher der Name) seine Ideen einspielen, Samples zufügen usw. OHNE die Musik zu stoppen. Später läßt es sich dann sehr intuitiv arrangieren. Ich bin Live Fanboy durch und durch.


    Wenn die Entscheidung für eine DAW gefallen ist und man nach Instrumenten schaut, wird es nochmal schwierig. Ich hab in den letzten Jahrzehnten unsagbar viele Instrumente und Effekte ausprobiert und vieles für schlecht befunden und genauso vieles für gut. Jedes Plugin hat halt seinen Zweck und kann irgendwas besonders gut. Das kann dann auch schnell teuer werden, oder mit Warez halt illegal (wollte die Möglichkeit aber nicht unerwähnt lassen, da ich einiges so ausprobiert habe, bevor ich es gekauft hab).


    Das schwierigste bei der ganzen Geschichte ist, dass man ALLE Möglichkeiten hat und es manchmal schwierig ist, sich für etwas zu entscheiden. Darum geht gerade ja wieder ein Trend gegen den Computer mit DAW sondern nur mit Hardware. Dieser Trend ist aber am Ende noch teurer.


    Ich hab mich für den Weg mit Hard- und Software entschieden und hab mir angewöhnt relativ früh beim „Komponieren“ die Midispuren in Audio umzuwandeln um eben nicht mehr unbegrenzt die Möglichkeit zu Anpassungen habe. Wenn der Bass eingespielt ist kann man nämlich Tage damit verbringen den richtigen Sound zu finden und vergisst das Musik machen dabei 😉


    Insgesamt ist es mir mein liebstes Hobby und ich kann mich völlig darin verlieren.

    Es ist auch was völlig anderes als die Musik von anderen nachzuspielen. Man erschafft selbst etwas, was es vorher nicht gab.


    Es gibt Tage da mach ich den Tag über ein Stück, nur für mich. Ich muss mich an keine Regeln halten oder versuchen zu gefallen. Es ist dann plötzlich da, gefällt mir, ich höre es zwei bis dreimal und schalte dann das Studio aus, ohne etwas zu speichern. Es ist dann weg. Es war meins.


    Andere Dinge speicher ich und bin nach ein zwei Jahren überrascht, das ich das Stück Musik gemacht habe...


    Ist eine total spannende Geschichte! 👍🏻


    Sehr spannend sind auch die psychoakkustischen Phänomene. Man legt einen Loop, Radiogebrabbel oder aufgenommene Geräusche fast unhörbar unter den Song. Das verändert den total obwohl man die Ursache garnicht mehr hört.


    Oder was passiert wenn zwei Bassdrums mit ähnlichen Frequenzen zeitgleich getriggert werden... sie löschen sich aus und man hört dann keine der beiden mehr.


    Es bleibt immer spannend.

  • Mit dem Ingo könnte ich glaube ich viele viele Stunden verbringen. ;-)




    Wenn man sich das so anschaut könnte man der Meinung sein, dass man gar kein Instrument beherrschen muss um Musik zu machen. Aber nachdem ich nun etwas an der Oberfläche gekratzt habe kann ich sagen, dass Synthis Instrumente sind, die einen beliebigen Komplexitätsgrad aufweisen können. Was man hier weniger benötigt ist eine Spieltechnik wie bei einem Klavier oder einer Gitarre. Um hier gut zu werden müssen sehr viele Übungsstunden investiert werden. Wobei auch das in Kombination durchaus Sinn ergibt.


    Beim Synth investiert man seine Zeit eben weniger in Spieltechnik (muskuläres Gedächtnis) sondern in Wissen. Was nicht bedeuten soll, dass man über analoge Instrumente nicht auch viel wissen muss. Die einzelnen Komponenten eines Synths zu verstehen ist eigentlich recht einfach. Auch, wenn die (simulierte) Elektronik dahinter erstmal noch vollkommen unklar ist. Spannend wird es eben erst bei dem Zusammenspiel. Im Grunde wird hier ja nur eine Sinuswelle erzeugt. Der Rest dient dazu, diese zu gestalten. Für mich sind die Wechselwirkungen noch vollkommen unbekannt. Sie kommen meist sehr überraschend und ich weiß nicht, warum sich die Schaltung nun so verhält und jetzt ausgerechnet dieses Klang erzeugt. Und das ist genau das Wissen welches man aufbauen muss. Das ist sonst nur ein zielloses Herumstochern in einem Nebel von Schwingungen. Und jedes Modulationswerkzeug erhöht die Komplexität ins Unendliche.


    Also ich bin wirklich hochgradig angefixt und könnte heulen, dass ich gerade überhaupt keine Zeit habe.

  • Und all das Lernen und Wissen geschieht nicht um ihrer selbst willen oder als Sport, sondern weil man die Möglichkeit erkennt, den inneren Dingen damit auf die Spur zu kommen.


    Was machen Leute, denen es aus welchen Gründen auch immer verwehrt blieb, von Kindesbeinen an ein Musikinstrument zu erlernen? Was jene, deren genetische Gaben nicht in der Geschicklichkeit liegen? Bis zur Erfindung des Synthesizers, der digitalen Fotografie oder der Kommunikation im Internet war ihnen der Ausdruck eigener innerer Tiefen nicht oder nur unbefriedigend möglich. Und das finde ich grandios an den neuen künstlerischen Verfahren. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätten die Größen der Kunst und Kultur vergangener Zeiten mit Begeisterung all die neuen Techniken angewandt.


    Viele Generationen der Kinder, die zu Wunderkindern geprügelt wurden aber auch diejenigen, für die es nie ganz reichte, die in sklavischen Verhältnissen brutal an ihren Musikinstrumenten geknechtet worden sind, die ihre Jugend verloren und nicht selten daran seelisch verkrüppelten oder gar starben, wären gerettet worden. Wer die moderne Technik heute noch verteufelt und sich hartnäckig an gestrige Zustände klammert, setzt auf Kinderarbeit und nimmt fürs eigene Vergnügen das Elend anderer hin. So gesehen ist der Synthesizer auch ein Instrument der Befreiung. Elektronische Musik ist mehr als nur eine klangtechnische Revolution, sie lässt uns mit Hilfe der Magie die erlahmten Flügel schwingen und führt uns in unentdeckte Länder des eigenen, des eigentlichen Ichs.


    Hachja, ich weiß auch nicht, weshalb sich bei mir vieles oft so pathetisch anhört. Muss ein Bug im kindlichen Ausdruck sein, der sich bis ins Erwachsenenleben hinzieht :)

  • Ich kann wohl so etwas wie einen kleinen Durchbruch verzeichnen. Hätte ich genug Muße für das Thema wäre es mit Sicherheit auch einfacher. Aber da ich die nicht habe musste ich mir Hilfe holen.


    Das Netz quillt zwar über an Informationen zum Thema. Das Passende für sich selbst zu finden ist aber trotzdem gar nicht so einfach. Und es gibt auch einfach jede Menge Schrott im Netz. Aber ich habe die Perlen wohl gefunden wie es ausschaut. Was mir im ersten Schritt nun wirklich weiter geholfen hat die das schon ältere (1999) Tutorial von Gordon Reid auf Synth Secrets:


    https://www.soundonsound.com/series/synth-secrets


    Hier wird endlich mal nicht oberflächlich über die einzelnen Komponenten gesprochen sondern auch über Details und Zusammenhänge. Wenn man es liest und verarbeitet hat denkt man, wie einfach es im Grunde doch ist. Aber wie das so ist. Von alleine darauf zu kommen ist dann doch nicht jedem gegeben. Ansonsten bräuchten wir ja auch keine Schulen.


    Auch wenn das Tutorial bereits über 20 Jahre alt ist hat es auch aktuell noch Gültigkeit. Geändert hat sich an der Physik dahinter bis jetzt nämlich nichts. ;-)


    Und da ich Bücher mag und nicht immer nur am Monitor sitzen möchte habe ich mir noch dieses Buch besorgt:


    http://refiningsound.com/


    Das geht ebenfalls sehr tief in die Sinuswelle (denn mehr ist es eigentlich nicht) und erklärt die Einflüsse der einzelnen Komponenten auf die Welle ziemlich detailliert.


    Die Theorie ist natürlich wichtig. Aber wie schaut es mit der Praxis aus? Bis in alle Ewigkeit an irgendwelchen Reglern herum spielen bis ich zufällig mal auf etwas stoße was sich gut anhört ist nicht zielführend. Und man will ja auch einen bestimmten Klang erzeugen, was mit zufälliger Herumspielerei vollkommen unmöglich ist.


    Zwar tummeln sich gerade auf YT sehr viele die ihre Dienstleistungen zum Thema anbieten. Ich allerdings mag so einfach nicht lernen. Lernen ist auch selber machen und nicht nur dumpf irgendwelche Videos zu konsumieren.


    Fündig geworden bin ich bei Synthorial:


    https://www.syntorial.com/


    Das ist eine Dektop-Software (die leider gern mal abstürzt) die Theorie in Form kurzer Videos und Praxis meiner Meinung nach hervorragend kombiniert. Allerdings wird hier nicht auf Hintergründe eingegangen. Was auch nicht nötig ist. Der Fokus liegt darauf, welchen Einfluss welche Komponente auf den Klang hat. Eines der Ziele ist es das Gehör zu schulen. Und das macht Synthorial ziemlich gut.



    Die Theorie ist immer recht kurz gehalten und die Praxis überwiegt. Und diese besteht hauptsächlich darin Klänge nach zu bauen. Die Software gibt einen Klang vor und man muss dann selbst solange basteln bist es überein stimmt. Und ich bin sehr überrascht wie (relativ) einfach es ist wenn man weiß, wie die Komponenten funktionieren und wie sie zusammenwirken.


    Ob das Ergebnis stimmt oder nicht wird dann überprüft und man bekommt Sternchen:



    Dass man mir allerdings einen ganzen Stern abzieht nur weil ich mit einem Regler etwas daneben lag finde ich ziemlich ungerecht. :-) Schließlich hat man aus Zigtausenden möglichen Kombinationen die eine Richtige heraus gefunden. Und der Unterschied ist fast nicht wahrnehmbar.


    Aber er ist wahrnehmbar. Dass man meint man läge richtig liegt einfach am ungeschulten Ohr. Und das macht die Software richtig gut. Man übt bis zum Erbrechen und schult dadurch sein Gehör. So ist man dann recht schnell in der Lage die richtigen Einstellungen vorzunehmen. Unangenehm ist es allerdings, wenn man stundenlang einen Sinus im Ohr hat. Der sich dann auch irgendwann im Gehirn etabliert. Hoffentlich nicht für immer. :-D


    Es gibt auch noch einen Frageteil (Multiple Choice), der aber teils etwas sehr schwierig ist. Als Anfänger zu bestimmen mit wie vielen Oktaven zwei Oszillatoren gegeneinander verstimmt sind ist schon schwierig. Ist dann die Amplitude des verstimmten Oszillators auch noch stark gedämpft ist es eigentlich unmöglich. Oder die Bestimmung von Wellenformen welche sich in bestimmten Einstellungen fast identisch anhören, obwohl sie komplett unterschiedlich sind. Aber das trennt halt den Klassenprimus vom Durchschnitt. Ich bin nur Durchschnitt, aber das reicht mir auch erstmal vollkommen.


    Von Synthorial gibt es eine kostenlose Version, mit der man schon recht weit kommt. Ich habe allerdings die 140 Euro in die Vollversion investiert. Wenn mir etwas so gut weiter hilft honoriere ich das gerne.


    So, das war es wohl bis auf Weiteres zum Thema. Wenn es was neues gibt, sage ich Bescheid. Vom Ingo kommen ja dauernd neue Impulse. ;-)


    Das nächste Thema wird dann wohl dieses sein:


    https://vcvrack.com/


    Aber bis ich dort bin wird noch viel Wasser den Main herunter fließen.

  • Das geht ebenfalls sehr tief in die Sinuswelle (denn mehr ist es eigentlich nicht)...

    Das gilt aber eigentlich nur für die FM Synthese, bei der Subtraktiven Synthese gesellen sich noch einige Wellenformen dazu. Rechteck, Dreieck, Sägezahn und diverse Mischformen und nicht zu vergessen Rauschen in verschiedenen Farben (weiß, rosa usw.). 😉


    Man sagt ja, alle Klänge dieser Welt lassen sich mit Sinuswellen „nachbauen“ bzw. in diese zerlegen, aber genau durch die zusätzlichen Wellenformen lassen sich Klänge jenseits der physischen Schwingungsgenerierenden Instrumente der realen Welt generieren.


    Du steigst ja richtig tief ein in die Geschichte! Klasse 👍🏻

  • Hier mal meine YT Video-Premiere mit mir selbst als Darsteller. ^^ Das wird bestimmt eine ganz steile Karriere.


    Aber eigentlich mache ich die Videos hier nur für euch um euch ein wenig zu zeigen was ich gerade so treibe mit der FM-Synthese.



    Ok, ist jetzt nicht gerade superspannend. Aber es ist das, was ich seit ca. einer Woche in meiner wenigen Freizeit mache.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen
Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!
Neues Benutzerkonto erstellen
Anmelden
Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmelden